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BEZEICHNUNG

readlink, readlinkat − liest das Ziel eines symbolischen Links

ÜBERSICHT

#include <unistd.h>

ssize_t readlink(const char *Pfadname, char *Puffer, size_t Puffergröße);

#include <fcntl.h> /* Definition der AT_*−Konstanten */
#include <unistd.h>

int readlinkat(int dirfd, const char *Pfadname,
char *
Puffer, size_t Puffergröße);

Mit Glibc erforderliche Makros (siehe feature_test_macros(7)):

readlink():

_XOPEN_SOURCE >= 500 || _POSIX_C_SOURCE >= 200112L
|| /* Glibc−Versionen <= 2.19: */ _BSD_SOURCE

readlinkat():

Seit Glibc 2.10:

_POSIX_C_SOURCE >= 200809L

Vor Glibc 2.10:

_ATFILE_SOURCE

BESCHREIBUNG

readlink() platziert den Inhalt des symbolischen Links Pfadname in den Puffer, der die Größe Puffergröße hat. readlink() hängt kein Null−Byte an Puffer. Ist der Puffer zu klein, um den ganzen Inhalt aufzunehmen, verkürzt es (stillschweigend) den Inhalt (auf die Länge von Puffergröße Zeichen).

readlinkat()
Der Systemaufruf readlinkat() funktioniert genauso wie readlink(), außer den hier beschriebenen Unterschieden.

Falls der in Pfadname übergebene Pfadname relativ ist wird er als relativ zu dem im Dateideskriptor dirfd referenzierten Verzeichnis interpretiert (statt relativ zum aktuellen Arbeitsverzeichnis des aufrufenden Prozesses, wie es bei readlink() für einen relativen Pfadnamen erfolgt).

Falls Pfadname relativ ist und dirfd den besonderen Wert AT_FDCWD annimmt wird Pfadname als relativ zum aktuellen Arbeitsverzeichnis des aufrufenden Prozesses interpretiert (wie readlink()).

Falls Pfadname absolut ist wird dirfd ignoriert.

Seit Linux 2.6.39 kann Pfadname eine leere Zeichenkette sein. In diesem Fall arbeitet der Aufruf auf dem durch dirfd referenzierten symbolischen Link (der durch die Verwendung der Schalter O_PATH und O_NOFOLLOW von open(2) erlangt worden sein kann).

Lesen Sie openat(2) für eine Beschreibung der Notwendigkeit von readlinkat().

RÜCKGABEWERT

Bei Erfolg geben diese Aufrufe die Anzahl der Byte zurück, die in Puffer platziert wurden. (Falls der zurückgegebene Wert gleich Puffergröße ist, könnte eine Verkürzung aufgetreten sein.) Bei einem Fehler wird −1 zurückgegeben und errno so gesetzt, dass es den Fehler angibt.

FEHLER

EACCES

Für einen Bestandteil des Pfad−Präfix fehlt die Sucherlaubnis. (Siehe auch path_resolution(7).)

EFAULT

Puffer überschreitet den reservierten Adressbereich dieses Prozesses.

EINVAL

Puffergröße ist nicht positiv.

EINVAL

Die benannte Datei (d.h. die endgültige Dateinamenkomponente von Pfadname) ist kein symbolischer Link.

EIO

Beim Lesen vom Dateisystem trat ein E/A−Fehler (engl. I/O) auf.

ELOOP

Beim Übersetzen des Pfadnamens wurden zu viele symbolische Links vorgefunden.

ENAMETOOLONG

Ein Pfadname oder ein Bestandteil eines Pfadnamens war zu lang.

ENOENT

Die angegebene Datei existiert nicht.

ENOMEM

Es war nicht genügend Kernel−Speicher verfügbar.

ENOTDIR

Eine Komponente des Pfad−Präfixes ist kein Verzeichnis.

Die folgenden zusätzlichen Fehler können bei readlinkat() auftreten:

EBADF

dirfd ist kein zulässiger Dateideskriptor.

ENOTDIR

Pfadname ist relativ und dirfd ist ein Dateideskriptor, der sich auf eine Datei bezieht, die kein Verzeichnis ist.

VERSIONEN

readlinkat() wurde zu Linux in Kernel 2.6.16 hinzugefügt; Bibliotheksunterstützung wurde zu Glibc in Version 2.4 hinzugefügt.

KONFORM ZU

readlink(): 4.4BSD (readlink() erschien erstmalig in 4.2BSD), POSIX.1−2001, POSIX.1−2008.

readlinkat(): POSIX.1−2008.

ANMERKUNGEN

In Glibc−Versionen bis einschließlich Glibc 2.4 wurde der Typ des Rückgabewerts von readlink() als int deklariert. Heutzutage ist der Typ des Rückgabewerts als ssize_t deklariert, wie es (neuerdings) in POSIX.1−2001 benötigt wird.

Wenn Sie einen Puffer mit einer festen Größe verwenden, ist eventuell nicht genug Platz für die Inhalte des symbolischen Links vorhanden. Die erforderliche Größe für den Puffer kann aus dem Wert stat.st_size ermittelt werden, der nach einem Aufruf der Funktion lstat(2) für den Link zurückgegeben wird. Allerdings sollte die Anzahl der Byte, die von readlink() und readlinkat() geschrieben wurden, überprüft werden. Damit kann sichergestellt werden, dass die Größe des symbolischen Links zwischen den Aufrufen nicht zugenommen hat. Die dynamische Zuweisung des Puffers für readlink() und readlinkat() behebt außerdem ein verbreitetes Portabilitätsproblem, wenn Sie PATH_MAX für die Puffergröße benutzen. Diese Konstante muss laut POSIX nicht zwingend definiert sein, wenn das System eine solche Beschränkung nicht hat.

Anmerkungen zur Glibc
Unter älteren Kernels, in denen readlinkat() nicht verfügbar ist, weicht die Glibc−Wrapper−Funktion auf readlink() aus. Wenn Pfadname ein relativer Pfadname ist, dann konstruiert die Glibc einen Pfadnamen, der auf jenem symbolischen Link in /proc/self/fd basiert, der dem Argument dirfd entspricht.

BEISPIEL

Das folgende Programm reserviert den von readlink() benötigten Puffer dynamisch mittels der Information, die von lstat(2) bereitgestellt wird. Dabei wird in Fällen, in denen lstat(2) die Größe Null zurückliefert, auf einen Puffer der Größe PATH_MAX zurückgefallen.

#include <sys/types.h>
#include <sys/stat.h>
#include <limits.h>
#include <stdio.h>
#include <stdlib.h>
#include <unistd.h>

int
main(int argc, char *argv[])
{
struct stat sb;
char *linkname;
ssize_t r, bufsiz;

if (argc != 2) {
fprintf(stderr, "Aufruf: %s <Pfadname>\n", argv[0]);
exit(EXIT_FAILURE);
}

if (lstat(argv[1], &sb) == −1) {
perror("lstat");
exit(EXIT_FAILURE);
}

bufsiz = sb.st_size + 1;

/* Einige magische Symlinks unter (beispielsweise) /proc und /sys
geben 'st_size' als Null zurück. In diesem Fall wird PATH_MAX als
eine »genügend gute« Schätzung angenommen */

if (sb.st_size == 0)
bufsiz = PATH_MAX;

printf("%zd\n", bufsiz);

linkname = malloc(bufsiz);
if (linkname == NULL) {
perror("malloc");
exit(EXIT_FAILURE);
}

r = readlink(argv[1], linkname, bufsiz);
if (r == −1) {
perror("readlink");
exit(EXIT_FAILURE);
}

linkname[r] = '\0';

printf("'%s' zeigt auf '%s'\n", argv[1], linkname);

if (r == bufsiz)
printf("(Der zurückgegebene Puffer könnte verkürzt worden sein)\n");

free(linkname);
exit(EXIT_SUCCESS);
}

SIEHE AUCH

readlink(1), lstat(2), stat(2), symlink(2), realpath(3), path_resolution(7), symlink(7)

KOLOPHON

Diese Seite ist Teil der Veröffentlichung 4.09 des Projekts Linux−man−pages. Eine Beschreibung des Projekts, Informationen, wie Fehler gemeldet werden können sowie die aktuelle Version dieser Seite finden sich unter https://www.kernel.org/doc/man−pages/.

ÜBERSETZUNG

Die deutsche Übersetzung dieser Handbuchseite wurde von Markus Kaufmann <markus.kaufmann [AT] gmx.de>, Chris Leick <c.leick [AT] vollbio.de>, Dr. Tobias Quathamer <toddy [AT] debian.org>, Mario Blättermann <mario.blaettermann [AT] gmail.com> und Helge Kreutzmann <debian [AT] helgefjell.de> erstellt.

Diese Übersetzung ist Freie Dokumentation; lesen Sie die GNU General Public License Version 3 oder neuer bezüglich der Copyright-Bedingungen. Es wird KEINE HAFTUNG übernommen.

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