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BEZEICHNUNG

printf, fprintf, dprintf, sprintf, snprintf, vprintf, vfprintf, vdprintf, vsprintf, vsnprintf − formatierte Ausgabe

ÜBERSICHT

#include <stdio.h>

int printf(const char *format, …);
int fprintf(FILE *
stream, const char *format, …);
int dprintf(int
fd, const char *format, …);
int sprintf(char *
str, const char *format, …);
int snprintf(char *
str, size_t size, const char *format, …);

#include <stdarg.h>

int vprintf(const char *format, va_list ap);
int vfprintf(FILE *
stream, const char *format, va_list ap);
int vdprintf(int
fd, const char *format, va_list ap);
int vsprintf(char *
str, const char *format, va_list ap);
int vsnprintf(char *
str, size_t size, const char *format, va_list ap);

Mit Glibc erforderliche Makros (siehe feature_test_macros(7)):

snprintf(), vsnprintf():

_XOPEN_SOURCE >= 500 || _ISOC99_SOURCE ||
|| /* Glibc−Versionen <= 2.19: */ _BSD_SOURCE

dprintf(), vdprintf():

Seit Glibc 2.10:

_POSIX_C_SOURCE >= 200809L

Vor Glibc 2.10:

_GNU_SOURCE

BESCHREIBUNG

Die Funktionenfamilie printf() erzeugt Ausgaben in einem im Folgenden beschriebenen format. Die Funktionen printf() und vprintf() schreiben ihre Ausgabe in den Standardausgabekanal stdout; fprintf() und vfprintf() schreiben in den angegebenen Ausgabedatenstrom stream; sprintf(), snprintf(), vsprintf() und vsnprintf() schreiben in die Zeichenkette str.

Die Funktion dprintf() ist zu der Funktion fprintf(3) identisch, außer dass sie in einen Dateideskriptor fd statt in einen stdio−Stream ausgibt.

Die Funktionen snprintf() und vsnprintf() schreiben höchstens size Bytes (einschließlich des abschließenden Null−Bytes ('\0')) nach str.

Die Funktionen vprintf(), vfprintf(), vdprintf(), vsprintf(), vsnprintf() sind äquivalent zu den Funktionen printf(), fprintf(),dprintf(), sprintf() bzw. snprintf(), nur dass sie mit einer va_list statt einer variablen Zahl von Argumenten aufgerufen werden. Diese Funktionen rufen das Makro va_end nicht auf. Daher ist der Wert von ap nach dem Aufruf nicht definiert. Siehe stdarg(3).

Alle diese Funktionen schreiben die Ausgabe unter Kontrolle einer format−Zeichenkette, die angibt, wie die folgenden Argumente (oder Argumente, auf die mittels der Möglichkeit der variablen Zahl von Argumenten von stdarg(3) zugegriffen wird) für die Ausgabe konvertiert werden.

C99 und POSIX.1−2001 legen fest, dass die Ergebnisse nicht definiert sind, wenn ein Aufruf von sprintf(), snprintf(), vsprintf() oder vsnprintf() zu einem Kopieren zwischen überlappenden Objekten führen würde (z.B., wenn der Ausgabepuffer und eines der übergebenen Eingabe−Argumente sich auf den gleichen Puffer beziehen). Siehe ANMERKUNGEN.

Format der Formatzeichenkette
Die Formatzeichenkette ist eine Zeichenkette, die, so vorhanden, in ihrem initialen Shift−Zustand beginnt und endet. Die Formatzeichenkette setzt sich zusammen aus Null oder mehr Anweisungen: normale Zeichen (nicht %) werden unverändert in den Ausgabedatenstrom kopiert; Umwandlungsanweisungen fordern jeweils null oder mehr Argumente. Jede Umwandlungsanweisung wird durch das Zeichen % eingeleitet und endet mit einem Umwandlungsbezeichner. Dazwischen können (in dieser Reihenfolge) null oder mehr Flags (Schalter), eine optionale minimale Feldbreite, eine optionale Genauigkeit und ein optionaler Längenmodifikator vorkommen.

Die Argumente müssen (nach Typumwandlung) genau zu den Umwandlungsbezeichner passen. Standardmäßig werden die Argumente in der angegebenen Reihenfolge benutzt, wobei jeder '*' (siehe Feldbreite und Genauigkeit weiter unten) und jedes Umwandlungsbezeichner das nächste Argument abfragt (und es ist ein Fehler, wenn nicht ausreichend Argumente angegeben sind). Es kann auch an jeder Stelle, die ein Argument erfordert, explizit angeben werden, welches Argument verwendet wird, indem »%m$« anstelle von '%' und »*m$« anstelle von '*' geschrieben wird, wobei die Dezimalzahl m die Position des gewünschten Arguments in der Argumentliste angibt, beginnend mit 1. Damit sind

printf("%*d", width, num);

und

printf("%2$*1$d", width, num);

gleichwertig. Die zweite Form ermöglicht wiederholte Referenzen auf das gleiche Argument. Der C99−Standard schließt die aus der Single Unix Specification stammende Form mit '$' nicht mit ein. Wenn die '$' verwendende Form eingesetzt wird, muss sie durchgehend für alle Umwandlungen, die ein Argument erfordern, und alle Breiten− und Genauigkeitsargumente verwendet werden, darf aber mit »%%«−Formaten (die kein Argument erfordern) vermischt werden. Es darf keine Lücken in der Zahl der mittels '$' spezifizierten Argumente geben; beispielsweise muss, wenn die Argumente 1 und 3 angegeben werden, auch Argument 2 irgendwo in der Formatzeichenkette erwähnt werden.

Für einige numerische Umwandlungen wird ein Radixzeichen (»Dezimalpunkt«) oder ein Tausender−Gruppierungszeichen verwendet. Das tatsächlich benutzte Zeichen hängt von der LC_NUMERIC−Komponente der Locale ab. Die POSIX−Locale benutzt '.' als Radixzeichen und hat kein Gruppierungszeichen. Damit resultiert

printf("%'.2f", 1234567.89);

in »1234567.89« in der POSIX−Locale, in »1234567,89« in der Locale nl_NL und in »1.234.567,89« in der Locale da_DK.

Zeichen für die Schalter (Flags)
Dem Zeichen % folgen null oder mehr der folgenden Schalter:

#

Der Wert soll in eine »alternative Form« gewandelt werden. Bei o−Umwandlungen ist das erste Zeichen der Ausgabe eine Null (indem eine »0« vorangestellt wird, wenn der Wert nicht schon Null war). Bei den Umwandlungen x und X wird einem Ergebnis ungleich Null die Zeichenkette »0x« (oder »0X« bei X) vorangestellt. Bei den Umwandlungen a, A, e, E, f, F, g und G enthält das Ergebnis immer ein Dezimaltrennzeichen, auch wenn ihm keine Ziffern folgen. (Normalerweise tritt ein Dezimaltrennzeichen nur in Ergebnissen auf, wenn ihm eine Ziffer folgt.) Bei den Umwandlungen g und G werden nachfolgende Nullen nicht aus dem Ergebnis entfernt, wie sie es normalerweise würden. Für andere Umwandlungen ist das Ergebnis nicht definiert.

0

Der Wert soll mit Nullen aufgefüllt werden. Bei den Umwandlungen d, i, o, u, x, X, a, A, e, E, f, F, g und G wird der umgewandelte Wert links mit Nullen anstatt mit Leerzeichen aufgefüllt. Werden sowohl 0 als auch angegeben, so wird 0 ignoriert. Wenn eine Genauigkeit bei einer numerischen Umwandlung (d, i, o, u, x und X) angegeben ist, wird der Schalter 0 ignoriert. Für andere Umwandlungen ist das Ergebnis nicht definiert.

Der umgewandelte Wert soll linksbündig an der Feldgrenze ausgerichtet werden (Standard ist rechtsbündige Ausrichtung). Außer bei der Umwandlung n wird der umgewandelte Wert rechts mit Leerzeichen aufgefüllt statt links mit Leerzeichen oder Nullen. Ein setzt ein 0 außer Kraft, falls beide angegeben sind.

' '

(ein Leerzeichen) Vor einer positiven Zahl (oder einer leeren Zeichenkette), die durch eine vorzeichenbehaftete Umwandlung mit erzeugt wurde, soll ein Leerzeichen erhalten bleiben.

+

Vor jeder durch eine vorzeichenbehaftete Umwandlung erzeugten Zahl soll ein Vorzeichen (+ oder −) platziert werden. Standardmäßig wird ein Vorzeichen nur für negative Zahlen verwendet. Ein + übersteuert ein Leerzeichen, falls beide verwendet werden.

Die obigen fünf Schalter werden vom C99−Standard definiert. Die Single UNIX Specification spezifiziert einen weiteren Schalter.

'

gibt für dezimale Umwandlungen (i, d, u, f, F, g, G) an, dass die Ausgabe mit dem Tausender−Gruppierungszeichen gruppiert werden soll, wenn die Locale−Information eines angibt. Beachten Sie, dass viele Versionen von gcc(1) diese Option nicht auswerten können und eine Warnung ausgeben werden. SUSv2 schließt %'F nicht mit ein, aber SUSv3 fügt es hinzu.

Glibc 2.2 fügt ein weiteres Schalterzeichen hinzu.

I

Für dezimale Integer−Umwandlungen (i, d, u) benutzt die Ausgabe die alternativen Ausgabeziffern der Locale, wenn es solche gibt. Beispielsweise bewirkt diese Option seit Glibc 2.2.3 arabisch−indische Ziffern in der persischen (»fa_IR«) Locale.

Feldbreite
Diese optionale Dezimalzahl gibt die minimale Feldbreite an; die erste Ziffer ist von Null verschieden. Wenn der umgewandelte Wert weniger Zeichen als die Feldbreite hat, wird er links mit Leerzeichen aufgefüllt (oder rechts, wenn der Schalter für Linksbündigkeit gesetzt ist). Statt einer Dezimalzahl kann auch »*« oder »*m$« (für irgendeine Integerzahl m) angegeben werden, um zu spezifizieren, dass die Feldbreite im nächsten (oder m−ten) Argument gegeben ist, welches vom Type int sein muss. Eine negative Feldbreite wird als Schalter '−' gefolgt von einer positiven Breite interpretiert. In keinem Fall bewirkt eine fehlende oder kleine Feldbreite das Abschneiden eines Feldes; ist das Ergebnis einer Umwandlung breiter als die Feldbreite, so wird das Feld erweitert, um das Ergebnis aufzunehmen.

Genauigkeit
Eine optionale Genauigkeit in der Form eines Punkts ('.') gefolgt von einer optionalen Dezimalzahl. Statt einer Dezimalzahl kann auch mittels »*« oder »*m$« (für irgendeine Dezimalzahl m) angegeben werden, dass die Genauigkeit im nächsten (oder m−ten) Argument gegeben ist, welches den Typ int haben muss. Falls die Genauigkeit einfach als '.' angegeben ist, wird eine dafür der Wert Null angenommen. Eine negative Genauigkeit wird angenommen, falls die Genauigkeitsangabe weggelassen wird. Dies gibt die minimale Anzahl der Ziffern an, die bei den Umwandlungen d, i, o, u, x und X erscheinen, bzw. die Anzahl der Ziffern nach dem Dezimaltrennzeichen bei a, A, e, E, f und F, die maximale Anzahl von signifikanten Ziffern bei g und G oder die maximale Anzahl von auszugebenden Zeichen einer Zeichenkette bei s und S.

Längenmodifikator
Im Folgenden steht »Ganzzahlumwandlung« für d, i, o, u, x oder X.

hh

Eine folgende Ganzzahlumwandlung entspricht einem Argument vom Typ signed char oder unsigned char oder eine folgende n−Umwandlung entspricht einem Zeiger auf ein signed char−Argument.

h

Eine folgende Ganzzahlumwandlung entspricht einem Argument vom Typ short int oder unsigned short int oder eine folgende n−Umwandlung entspricht einem Zeiger auf ein short int−Argument.

l

(ell) Eine folgende Ganzzahlumwandlung entspricht einem Argument vom Typ long int oder unsigned long int oder eine folgende n−Umwandlung entspricht einem Zeiger auf ein long int−Argument oder eine folgende c−Umwandlung entspricht einem wint_t−Argument oder eine folgende s−Umwandlung entspricht einem Zeiger auf ein wchar_t−Argument.

ll

(ell−ell) Eine folgende Ganzzahlumwandlung entspricht einem Argument vom Typ long long int oder unsigned long long int oder eine folgende n−Umwandlung entspricht einem Zeiger auf ein long long int−Argument.

L

Eine folgende a−, A−, e−, E−, f−, F−, g− oder G−Umwandlung entspricht einem long double−Argument. C99 erlaubt %LF, aber SUSv2 nicht. Dies ist gleichbedeutend mit ll.

j

Eine folgende Ganzzahlumwandlung entspricht einem Argument vom Typ intmax_t oder uintmax_t oder eine folgende n−Umwandlung entspricht einem Zeiger auf ein intmax_t−Argument.

z

Eine folgende Ganzzahlumwandlung entspricht einem Argument vom Typ ssize_t oder ssize_t oder eine folgende n−Umwandlung entspricht einem Zeiger auf ein size_t−Argument.

t

Eine folgende Ganzzahlumwandlung entspricht einem Argument vom Typ ptrdiff_t oder eine folgende n−Umwandlung entspricht einem Zeiger auf ein ptrdiff_t−Argument.

SUSv3 spezifiziert alle oben genannten. SUSv2 kennt nur die Längenmodifikatoren h (in hd, hi, ho, hx, hX, hn) und l (in ld, li, lo, lx, lX, ln, lc, ls) und L (in Le, LE, Lf, Lg, LG).

Umwandlungsbezeichner
Ein Zeichen, das den Typ der anzuwendenden Umwandlung angibt. Die Umwandlungsbezeichner und ihre Bedeutung sind:

d, i

Das int−Argument wird umgewandelt in eine vorzeichenbehaftete Dezimalzahl. Die Genauigkeit, sofern vorhanden, gibt die minimale Anzahl von Ziffern an, die auftreten muss; wenn der umgewandelte Wert weniger Ziffern benötigt, wird er links mit Nullen aufgefüllt. Die voreingestellte Genauigkeit ist 1. Wird 0 mit einer expliziten Genauigkeit 0 ausgegeben, so ist die Ausgabe leer.

o, u, x, X

Das unsigned int−Argument wird in eine vorzeichenlose Oktal− (o), Dezimal− (u) oder Hexadezimalzahl (x und X) umgewandelt. Die Buchstaben abcdef werden für x−Umwandlungen benutzt; die Buchstaben ABCDEF für X−Umwandlungen. Die Genauigkeit, sofern vorhanden, gibt die minimale Anzahl vor Ziffern an, die auftreten muss; wenn der umgewandelte Wert weniger Ziffern benötigt, wird er links mit Nullen aufgefüllt. Die voreingestellte Genauigkeit ist 1. Wird 0 mit einer expliziten Genauigkeit 0 ausgegeben, so ist die Ausgabe leer.

e, E

Das double−Argument wird gerundet und in die Form [−]d.ddde+−dd umgewandelt, wobei eine Ziffer vor dem Dezimaltrennzeichen erscheint und die Anzahl der Ziffern dahinter der Genauigkeit entspricht; falls die Genauigkeit fehlt, wird sie als 6 angenommen; falls die Genauigkeit Null ist, erscheint kein Dezimaltrennzeichen. Eine E−Umwandlung verwendet den Buchstaben E (in Gegensatz zu e), um den Exponenten einzuleiten. Der Exponent enthält immer mindestens zwei Ziffern; falls der Wert Null ist, ist der Exponent 00.

f, F

Das double−Argument wird gerundet und umgewandelt in dezimale Notation im Format [−]ddd.ddd, wobei die Anzahl der Ziffern hinter dem Dezimaltrennzeichen der vorgegebenen Genauigkeit entspricht. Falls die Genauigkeit fehlt, wird sie als 6 angenommen; falls die Genauigkeit Null ist, erscheint kein Dezimaltrennzeichen. Falls ein Dezimaltrennzeichen erscheint, befindet sich mindestens eine Ziffer davor.

(SUSv2 kennt F nicht und besagt, dass Zeichenketten−Darstellungen für Unendlich und NaN (Not a Number − keine Zahl) verfügbar gemacht werden können. SUSv3 fügt eine Spezifikation für F hinzu. Der C99−Standard spezifiziert »[−]inf« oder »[−]infinity« für Unendlich sowie eine Zeichenkette beginnend mit »nan« für NaN im Falle von f und entsprechen »[−]INF« oder »[−]INFINITY« oder »NAN« im Falle von F.)

g, G

Das double−Argument wird umgewandelt in das Format f oder e (oder F oder E für die G−Umwandlung). Die Genauigkeit gibt die Anzahl der signifikanten Stellen an. Falls die Genauigkeit fehlt, werden 6 Ziffern zurückgegeben; falls die Genauigkeit Null ist, wird sie als 1 angenommen. Form e wird benutzt, falls der Exponent kleiner als −4 oder größer oder gleich der Genauigkeit ist. Abschließende Nullen in den Nachkommastellen werden entfernt; ein Dezimaltrennzeichen erscheint nur, wenn ihm mindestens eine Ziffer folgt.

a, A

(C99; nicht in SUSv2, aber in SUSv3 hinzugefügt) Für die a−Umwandlung wird das double−Argument (unter Verwendung der Buchstaben abcdef) in hexadezimale Notation der Form [−]0xh.hhhhp± gebracht; für A werden dagegen das Präfix 0X, die Buchstaben ABCDEF und das Exponententrennzeichen P verwendet. Vor dem Dezimaltrennzeichen steht eine hexadezimale Ziffer, die Anzahl der Stellen dahinter entspricht der Genauigkeit. Die standardmäßige Genauigkeit genügt für eine exakte Darstellung des Wertes, wenn eine exakte Darstellung zur Basis 2 existiert und ist ansonsten groß genug, um Werte vom Typ double zu unterscheiden. Die Ziffer vor dem Dezimaltrennzeichen ist für nicht normalisierte Zahlen nicht spezifiziert und für normalisierte Zahlen nicht Null, aber ansonsten nicht spezifiziert.

c

Wenn kein Modifikator l vorhanden ist, wird das int−Argument umgewandelt in einen unsigned char und das resultierende Zeichen ausgegeben. Wenn ein l vorhanden ist, wird das wint_t−Argument (wide character) mit einem Aufruf der Funktion wcrtomb(3) zu einer Multibyte−Folge umgewandelt, mit der Konvertierung beginnend im initialen Zustand, und die resultierende Multibyte−Zeichenkette wird ausgegeben.

s

Wenn kein Modifikator l vorhanden ist, wird das const char *−Argument erwartet als ein Zeiger auf ein Feld vom Typ Zeichen (Zeiger auf eine Zeichenkette). Zeichen aus diesem Feld werden bis zu (aber nicht einschließlich) des terminierenden Null−Bytes ('\0') ausgegeben; wenn eine Genauigkeit angegeben ist, werden nicht mehr Zeichen als die angegebene Anzahl ausgegeben. Wenn eine Genauigkeit angegeben ist, braucht kein Null−Byte vorhanden zu sein; wenn die Genauigkeit nicht angegeben ist oder größer als das Feld ist, muss das Feld ein abschließendes Null−Byte enthalten.

Wenn ein l vorhanden ist, wird das const wchar_t *−Argument als ein Zeiger auf ein Feld von »wide characters« erwartet. Wide characters aus dem Feld werden zu Multibyte−Zeichen umgewandelt (jedes mit einem Aufruf der Funktion wcrtomb(3), beginnend im initialen Zustand vor dem ersten wide character), bis zu und einschließlich des terminierenden wchar_t−Null−Zeichens. Die resultierenden Multibyte−Zeichen werden bis zum (aber nicht einschließlich) des abschließenden Null−Bytes geschrieben. Falls eine Genauigkeit angegeben ist, werden nicht mehr Bytes als die angegebene Anzahl ausgegeben, aber es werden keine partiellen Multibyte−Zeichen ausgegeben. Beachten Sie, dass die Genauigkeit die Anzahl der geschriebenen Bytes angibt, nicht die Anzahl der wide characters oder Bildschirmpositionen. Das Feld muss ein terminierendes wchar_t−Null−Zeichen enthalten, wenn nicht eine Genauigkeit gegeben ist, die so klein ist, dass die Zahl der geschriebenen Bytes sie übersteigt, bevor das Ende des Feldes erreicht ist.

C

(Nicht in C99, aber in SUSv2, SUSv3 und SUSv4.) Synonym für lc. Nicht verwenden.

S

(Nicht in C99, aber in SUSv2, SUSv3 und SUSv4.) Synonym für ls. Nicht verwenden.

p

Das void *−Zeiger−Argument wird hexadezimal ausgegeben (wie bei %#x oder %#lx).

n

Die Anzahl der bis dahin geschriebenen Zeichen wird in der Ganzzahl gespeichert, die auf das korrespondierende Argument zeigt. Das Argument muss ein int * oder eine Variante sein, deren Größe dem (optional) angegebenen Längenmodifikator der Ganzzahl entspricht. Es wird kein Argument umgewandelt. (Dieses Verhalten wird nicht von der Bionic−C−Bibliothek unterstützt.) Das Verhalten ist nicht definiert, wenn die Umwandlungsspezifikation Schalter, eine Feldbreite oder eine Genauigkeitsangabe enthält.

m

(Glibc−Erweiterung, von uClibc und Musl unterstützt) Gibt die Ausgabe von strerror(errno) aus; kein Argument erforderlich.

%

Es wird ein '%' ausgegeben. Es wird kein Argument umgewandelt. Die vollständige Umwandlungsanweisung ist '%%'.

RÜCKGABEWERT

Nach erfolgreicher Ausführung geben diese Funktionen die Anzahl der ausgegebenen Zeichen zurück (ohne das für den Abschluß der Zeichenkettenausgabe verwendete Null−Byte).

Die Funktionen snprintf() und vsnprintf() schreiben nicht mehr als size Byte (einschließlich dem abschließenden Null−Byte '\0')). Falls die Ausgabe wegen dieser Begrenzung gekürzt wurde, ist der Rückgabewert die Anzahl der Zeichen (ohne abschließendes Null−Byte), die bei ausreichendem Speicherplatz in die Ausgabe geschrieben worden wären. Damit bedeutet ein Rückgabewert von size oder mehr, dass die Ausgabe gekürzt wurde. (Siehe auch im Folgenden unter ANMERKUNGEN.)

Wenn bei der Ausgabe ein Fehler auftritt, wird ein negativer Wert zurückgegeben.

ATTRIBUTE

Siehe attributes(7) für eine Erläuterung der in diesem Abschnitt verwandten Ausdrücke.

KONFORM ZU

fprintf(), printf(), sprintf(), vprintf(), vfprintf(), vsprintf(): POSIX.1−2001, POSIX.1−2008, C89, C99.

snprintf(), vsnprintf(): POSIX.1−2001, POSIX.1−2008, C99.

Die Funktionen dprintf() und vdprintf() waren ursprünglich GNU−Erweiterungen, die später in POSIX.1−2008 standardisiert wurden.

Hinsichtlich des Rückgabewerts von snprintf() widersprechen sich SUSv2 und der C99−Standard: wird snprintf() mit size=0 aufgerufen, dann fordert SUSv2 einen nicht spezifizierten Rückgabewert kleiner als 1, während C99 es zulässt, dass str in diesem Fall NULL ist, und (wie immer) den Rückgabewert als die Anzahl der Zeichen angibt, die bei ausreichend großer Ausgabe−Zeichenkette geschrieben worden wären. POSIX.1−2001 und neuer richten ihre Spezifikation von snprintf() an C99 aus.

Glibc 2.1 fügt die Längenmodifikatoren hh, j, t und z sowie die Umwandlungszeichen a und A hinzu.

Glibc 2.2 fügt das Umwandlungszeichen F mit C99−Semantik sowie den Schalter l hinzu.

ANMERKUNGEN

Einige Programme verlassen sich leichtsinnig auf Code wie den folgenden

sprintf(buf, "%s etwas mehr Text", buf);

um Text an buf anzuhängen. Jedoch weisen die Standards explizit darauf hin, dass die Ergebnisse undefiniert sind, wenn Quell− und Ziel−Puffer beim Aufruf von sprintf(), snprintf(), vsprintf() und vsnprintf() überlappen. Abhängig von der verwendeten gcc(1)−Version und den gewählten Compiler−Optionen erzeugen Aufrufe wie das obige Beispiel nicht die erwarteten Ergebnisse.

Seit der Glibc−Version 2.1 ist die Implementierung der Funktionen snprintf() und vsnprintf() konform zu C99, verhält sich also wie oben beschrieben. Bis Glibc 2.0.6 gaben sie im Fall gekürzter Ausgaben −1 zurück.

FEHLER

Da sprintf() und vsprintf() eine beliebig lange Zeichenkette annehmen, müssen Aufrufende darauf achten, nicht den tatsächlich verfügbaren Platz zu überschreiten; dies ist oft unmöglich sicherzustellen. Beachten Sie, dass die Länge der Zeichenketten oft abhängig von der Locale und schwierig vorherzusagen sind. Benutzen Sie stattdessen snprintf() und vsnprintf() (oder asprintf(3) und vasprintf(3)).

Code wie beispielsweise printf(foo); weist häufig auf einen Fehler hin, da foo das Zeichen »%« enthalten kann. Stammt foo von ungeprüfter Nutzereingabe, kann es »%n« enthalten und veranlasst printf(), in den Speicher zu schreiben und erzeugt damit ein Sicherheitsloch.

BEISPIEL

Um Pi mit fünf Dezimalstellen auszugeben:

#include <math.h>
#include <stdio.h>
fprintf(stdout, "pi = %.5f\n", 4 * atan(1.0));

Um Datum und Zeit in der Form »Sunday, July 3, 10:02« auszugeben, wobei weekday und month Zeiger auf Zeichenketten sind:

#include <stdio.h>
fprintf(stdout, "%s, %s %d, %.2d:%.2d\n",
weekday, month, day, hour, min);

Die meisten Länder verwenden die Reihenfolge Tag−Monat−Jahr. Deshalb muss eine internationalisierte Version in der Lage sein, die Argumente in der durch das Format angegebenen Reihenfolge zu drucken:

#include <stdio.h>
fprintf(stdout, format,
weekday, month, day, hour, min);

wobei format von der Locale abhängt und möglicherweise die Argumente vertauscht. Mit dem Wert

"%1$s, %3$d. %2$s, %4$d:%5$.2d\n"

könnte dann »Sonntag, 3. Juli, 10:02« dabei herauskommen.

Um eine genügend große Zeichenkette bereitzustellen und in sie zu schreiben (der Code ist korrekt sowohl für Glibc 2.0 als auch Glibc 2.1):

#include <stdio.h>
#include <stdlib.h>
#include <stdarg.h>

char *
make_message(const char *fmt, …)
{
int size = 0;
char *p = NULL;
va_list ap;

/* Benötigte Größe ermitteln */

va_start(ap, fmt);
size = vsnprintf(p, size, fmt, ap);
va_end(ap);

if (size < 0)
return NULL;

size++; /* Für ’\0’ */
p = malloc(size);
if (p == NULL)
return NULL;

va_start(ap, fmt);
size = vsnprintf(p, size, fmt, ap);
if (size < 0) {
free(p);
return NULL;
}
va_end(ap);

return p;
}

Bei Kürzungen in Glibc−Versionen vor 2.0.6 wird dies als ein Fehler aufgefasst und nicht wohlwollend behandelt.

SIEHE AUCH

printf(1), asprintf(3), dprintf(3), puts(3), scanf(3), setlocale(3), strfromd(3), wcrtomb(3), wprintf(3), locale(5)

KOLOPHON

Diese Seite ist Teil der Veröffentlichung 4.09 des Projekts Linux−man−pages. Eine Beschreibung des Projekts, Informationen, wie Fehler gemeldet werden können sowie die aktuelle Version dieser Seite finden sich unter https://www.kernel.org/doc/man−pages/.

ÜBERSETZUNG

Die deutsche Übersetzung dieser Handbuchseite wurde von Martin Eberhard Schauer <Martin.E.Schauer [AT] gmx.de> und Mario Blättermann <mario.blaettermann [AT] gmail.com> erstellt.

Diese Übersetzung ist Freie Dokumentation; lesen Sie die GNU General Public License Version 3 oder neuer bezüglich der Copyright-Bedingungen. Es wird KEINE HAFTUNG übernommen.

Wenn Sie Fehler in der Übersetzung dieser Handbuchseite finden, schicken Sie bitte eine E-Mail an <debian-l10n-german [AT] lists.org>.

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