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BEZEICHNUNG

services − Liste von Internet−Netzwerkdiensten

BESCHREIBUNG

services ist eine einfache ASCII−Datei für die Zuordnung einfach lesbarer Namen von Internet−Diensten zu den zugrundeliegenden zugehörigen Portnummern und Protokolltypen. Jedes Netzwerkprogramm sollte sich seine Portnummer (und das Protokoll) aus dieser Datei holen. Mit den C−Bibliotheksroutinen getservent(3), getservbyname(3), getservbyport(3), setservent(3) und endservent(3) können Sie aus einem Programm heraus diese Datei abfragen.

Portnummern werden von der IANA (Internet Assigned Numbers Authority) vergeben. Ihre derzeitige Politik ist es, jeder Portnummer sowohl das TCP− als auch das UDP−Protokoll zuzuordnen. Daher werden die meisten Einträge zweifach vorhanden sein, selbst bei reinen TCP−Diensten.

Portnummern unterhalb 1024 (so genannte »niedrige« Ports) können nur vom Systemverwalter (root) zugewiesen werden (siehe auch bind(2), tcp(7) und udp(7)). Das soll für über niedrige Ports mit dem System verbundene Clients gewährleisten, dass an diesem Port eine Standardimplementierung läuft und nicht irgendeine »wilde« Implementierung eines Benutzers. Von der IANA veröffentlichte Portnummern (»well−known port numbers«) liegen normalerweise in diesem nur root zugänglichen Bereich.

Das Vorhandensein eines Dienste−Eintrags in der services−Datei bedeutet noch nicht, dass dieser Dienst derzeit auch auf der Maschine läuft. Siehe inetd.conf(5) zur Konfiguration der angebotenen Internetdienste. Beachten Sie jedoch, dass nicht alle Netzwerkdienste von inetd(8) gestartet werden, also auch nicht in inetd.conf(5) eingetragen sind. Insbesondere News(NNTP)− und Mail(SMTP)−Server werden häufig von Skripten beim Hochfahren des Systems gestartet.

Den Speicherort der Datei services definiert das Makro _PATH_SERVICES in /usr/include/netdb.h. Üblicherweise ist der Pfad auf /etc/services gesetzt.

Jede Zeile beschreibt einen Dienst und hat folgende Form:

Dienstname   Port/Protokoll   [Aliase …]

wobei:

Dienstname

Die leicht lesbare Bezeichnung für den Dienst, unter der er bekannt ist und mit der er gefunden wird. Groß−/Kleinschreibung wird beachtet. Häufig trägt das Client−Programm den gleichen Namen wie Dienstname.

Port

ist die für diesen Dienst vorgesehene, dezimale Portnummer.

Protokoll

ist die Art des zu verwendenden Protokolls. Dieses Feld sollte einem Eintrag in der Datei protocols(5) entsprechen. Zu den typischen Werten gehören tcp und udp.

Aliase

ist eine optionale Liste weiterer Namen für diesen Dienst. Auch hier wird zwischen Groß− und Kleinschreibung unterschieden.

Zum Trennen der Felder können Leer− oder Tabulatorzeichen verwendet werden.

Kommentare beginnen mit dem Zeichen # und erstrecken sich bis ans Zeilenende. Leerzeilen werden ignoriert.

Der Dienstname sollte in der ersten Spalte beginnen, da führende Leerzeichen nicht entfernt werden. Dienstnamen können aus allen druckbaren Zeichen außer Leer− und Tabulatorzeichen bestehen. Jedoch sollte die Auswahl konservativ erfolgen, um Probleme bei der Verbindung unterschiedlicher Systeme zu vermeiden. Sinnvoll wäre z.B. die Verwendung von a−z, 0−9 und Bindestrich (−).

Anders aufgebaute Zeilen sollten nicht in der Datei stehen. (Derzeit werden solche von getservent(3), getservbyname(3) und getservbyport(3) stillschweigend übergangen. Darauf sollte man sich aber nicht verlassen.)

Diese Datei kann über ein Netzwerk verteilt werden, wenn netzwerkweite Namensdienste wie Yellow Pages/NIS oder BIND/Hesiod eingesetzt werden.

Eine Beispiel−services könnte so aussehen:

netstat         15/tcp
qotd            17/tcp          quote
msp             18/tcp          # message send protocol
msp             18/udp          # message send protocol
chargen         19/tcp          ttytst source
chargen         19/udp          ttytst source
ftp             21/tcp
# 22 − unassigned
telnet          23/tcp

DATEIEN

/etc/services

die Liste von Internet−Netzwerkdiensten

<netdb.h>

Definition von _PATH_SERVICES

SIEHE AUCH

listen(2), endservent(3), getservbyname(3), getservbyport(3), getservent(3), setservent(3), inetd.conf(5), protocols(5), inetd(8)

Assigned Numbers RFC, der aktuellste: RFC 1700 (auch bekannt als STD0002)

KOLOPHON

Diese Seite ist Teil der Veröffentlichung 4.09 des Projekts Linux−man−pages. Eine Beschreibung des Projekts, Informationen, wie Fehler gemeldet werden können sowie die aktuelle Version dieser Seite finden sich unter https://www.kernel.org/doc/man−pages/.

ÜBERSETZUNG

Die deutsche Übersetzung dieser Handbuchseite wurde von Mike Fengler <mike [AT] krt3.de>, Martin Schulze <joey [AT] infodrom.org>, Martin Eberhard Schauer <Martin.E.Schauer [AT] gmx.de> und Mario Blättermann <mario.blaettermann [AT] gmail.com> erstellt.

Diese Übersetzung ist Freie Dokumentation; lesen Sie die GNU General Public License Version 3 oder neuer bezüglich der Copyright-Bedingungen. Es wird KEINE HAFTUNG übernommen.

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