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dpkg−gensymbols − erstelle Symboldateien (Abhängigkeitsinformationen für Laufzeitbibliotheken)

ÜBERSICHT

dpkg−gensymbols [Optionen]

BESCHREIBUNG

dpkg−gensymbols durchsucht einen temporären Baubaum (standardmäßig debian/tmp), sucht nach Bibliotheken und erstellt eine Datei symbols, die diese beschreibt. Diese Datei wird, falls sie nicht leer ist, in das Unterverzeichnis DEBIAN des Baubaums installiert, so dass sie schlussendlich in der Steuerinformation des Pakets auftaucht.

Beim Erstellen dieser Dateien verwendet es als Eingabe einige vom Betreuer bereitgestellte Symboldateien. Es sucht nach den folgenden Dateien (und verwendet die erste, die gefunden wird):

debian/Paket.symbols.Architektur

debian/symbols.Architektur

debian/Paket.symbols

debian/symbols

Der Hauptzweck dieser Dateien besteht darin, die minimale Version bereitzustellen, die mit jedem von der Bibliothek bereitgestellten Symbol verknüpft ist. Normalerweise entspricht dies der ersten Version des Pakets, die dieses Symbol bereitgestellt hat, kann aber vom Betreuer erhöht werden, falls die ABI des Symbols ohne Brechen der Rückwärtskompatibilität erweitert wurde. Es liegt in der Verwantwortung des Betreuers, diese Dateien aktuell zu halten, aber dpkg−gensymbols hilft ihm.

Wenn die erstellten Symboldateien sich von denen, die der Betreuer bereitgestellt hat, unterscheiden, wird dpkg−gensymbols ein Diff zwischen den zwei Versionen anzeigen. Falls die Unterschiede desweiteren zu gravierend sind, wird es sogar fehlschlagen (Sie können einstellen, wie große Unterschiede Sie tolerieren können, sehen Sie hierzu die Option −c).

SYMBOLDATEIEN PFLEGEN

Die Symboldateien sind nur wirklich nützlich, falls sie die Entwicklung eines Paketes über mehrere Veröffentlichungen hinweg wiedergeben. Daher muss der Betreuer sie immer aktualisieren, wenn eine neues Symbol hinzugefügt wird, so dass die zugeordnete minimale Version der Realität entspricht. Um dies vernünftig durchzuführen, kann er Diffs aus den Bauprotokolle verwenden. Meistens kann der Diff direkt auf die Datei debian/Paket.symbols angewandt werden. Allerdings werden normalerweise weitere Anpassungen notwendig: es wird beispielsweise empfohlen, die Debian−Revision von der minimalen Version zu entfernen, so dass Backports mit einer niedrigeren Versionsnummer aber der gleichen Version der Originalautoren immer noch die erstellten Abhängigkeiten erfüllen. Falls die Debian−Revision nicht entfernt werden kann, da das Symbol wirklich von der Debian−spezifischen Änderung hinzugefügt wurde, dann sollte der Version »~« angehängt werden.

Bevor irgendein Patch auf die Symboldatei angewendet wird, sollte der Betreuer zweimal prüfen, dass der Patch vernünftig ist. Öffentliche Symbole sollten nicht verschwinden, daher sollte der Patch idealerweise nur neue Zeilen hinzufügen.

Verwendung der #PACKAGE#−Ersetzung
In einigen seltenen Fällen unterscheidet sich der Name der Bibliothek auf verschiedenen Architekturen. Um zu vermeiden, dass der Paketname in der Symboldatei fest kodiert wird, können Sie die Markierung #PACKAGE# verwenden. Während der Installation der Symboldatei wird sie durch den echten Paketnamen ersetzt. Anders als die Markierung #MINVER# wird #PACKAGE# nie in der Symboldatei innerhalb eines Binärpakets auftauchen.

Verwendung von Symbolkennzeichnungen
Symbolkennzeichnungen sind nützlich, um Symbole zu markieren, die in irgendeiner Weise besonders sind. Jedes Symbol kann eine beliebige Anzahl zugeordneter Kennzeichnungen besitzen. Während alle Kennzeichnungen ausgewertet und gespeichert werden, werden nur einige von dpkg−gensymbols verstanden und lösen eine Spezialbehandlung der Symbole aus. Lesen Sie den Unterabschnit Standardsymbolkennzeichnungen für eine Referenz dieser Kennzeichnungen.

Kennzeichnungsspezifikationen kommen direkt vor dem Symbolnamen (dazwischen sind keine Leerzeichen erlaubt). Sie beginnen immer mit einer öffnenden Klammer (, enden mit einer schließenden Klammer ) und müssen mindestens eine Kennzeichnung enthalten. Mehrere Kennzeichnungen werden durch das Zeichen | getrennt. Jede Kennzeichnungen kann optional einen Wert enthalten, der von der Kennzeichnung durch das Zeichen = getrennt wird. Kennzeichennamen und −werte können beliebige Zeichenketten sein, sie dürfen allerdings keine der der besonderen Zeichen ) | = enthalten. Symbolnamen, die einer Kennzeichnungsspezifikation folgen, können optional mit den Zeichen oder " zitiert werden, um Leerzeichen darin zu erlauben. Falls keine Kennzeichnungen für das Symbol spezifiziert sind, werden Zitatzeichen als Teil des Symbolnamens behandelt, der bis zum ersten Leerzeichen geht.

(Kennz1=bin markiert|Name mit Leerraum)"zitiertes gekennz Symbol"@Base 1.0
(optional)gekennzeichnet_unzitiertes_Symbol@Base 1.0 1
ungekennzeichnetes_Symbol@Base 1.0

Das erste Symbol im Beispiel heißt zitiertes gekennz Symbol und hat zwei Kennzeichnungen: Kennz1 mit dem Wert bin markiert und Name mit Leerraum ohne Wert. Das zweite Symbol heißt gekennzeichnet_unzitiertes_Symbol und ist nur mit dem Kennzeichen namens optional gekennzeichnet. Das letzte Symbol ist ein Beispiel eines normalen, nicht gekennzeichneten Symbols.

Da Symbolkennzeichnungen eine Erweiterung des Formats deb−symbols(5) sind, können sie nur Teil der in Quellpaketen verwandten Symboldateien sein (diese Dateien sollten dann als Vorlagen zum Bau der Symboldateien, die in Binärpakete eingebettet werden, gesehen werden). Wenn dpkg−gensymbols ohne die Option −t aufgerufen wird, wird es alle Symbole ausgeben, die zum Format deb−symbols(5) kompatibel sind: Es verarbeitet die Symbole entsprechend der Anforderungen ihrer Standardkennzeichnungen und entfernt alle Kennzeichnungen aus der Ausgabe. Im Gegensatz dazu werden alle Symbole und ihre Kennzeichnungen (sowohl die Standardkennzeichnungen als auch die unbekannten) im Vorlagenmodus (−t) in der Ausgabe beibehalten und in ihrer Originalform wie sie geladen wurden auch geschrieben.

Standard−Symbolkennzeichnungen
optional

Ein als »optional« gekennzeichnetes Symbol kann jederzeit von der Bibliothek verschwinden und wird nie zum Fehlschlag von dpkg−gensymbols führen. Verschwundene optionale Symbole werden kontinuierlich als MISSING (Fehlend) in dem Diff in jeder neuen Paketversion auftauchen. Dieses Verhalten dient als Erinnerung für den Betreuer, dass so ein Symbol aus der Symboldatei entfernt oder wieder der Bibliothek hinzugefügt werden muss. Wenn das optionale Symbol, dass bisher als MISSING bezeichnet gewesen war, plötzlich in der nächsten Version wieder auftaucht, wird es wieder auf den Status »existing« (existierend) gebracht, wobei die minimale Version unverändert bleibt.

Diese Markierung ist für private Symbole nützlich, deren Verschwinden keinen ABI−Bruch auslöst. Beispielsweise fallen die meisten C++−Template−Instanziierungen in diese Kategorie. Wie jede andere Markierung kann auch diese einen beliebigen Wert haben: sie könnte angeben, warum dieses Symbol als optional betrachtet wird.

arch=Architekturliste

Die Markierung erlaubt es, den Satz an Architekturen einzugrenzen, auf denen das Symbol existieren sollte. Wenn die Symbolliste mit den in der Bibliothek entdeckten Symbolen aktualisiert wird, werden alle architekturspezifischen Symbole, die nicht auf die aktuelle Host−Architektur passen, so behandelt, als ob sie nicht existierten. Falls ein architekturspezifisches Symbol, das auf die aktuelle Host−Architektur passt, in der Bibliothek nicht existiert, werden die normalen Regeln für fehlende Symbole angewandt und dpkg−gensymbols könnte dadurch fehlschlagen. Auf der anderen Seite, falls das architekturspezifische Symbol gefunden wurde, wenn es nicht existieren sollte (da die aktuelle Host−Architektur nicht in der Markierung aufgeführt ist), wird sie architekturneutral gemacht (d.h. die Architekturmarkierung wird entfernt und das Symbol wird im Diff aufgrund dieser Änderung auftauchen), aber es wird nicht als neu betrachtet.

Beim Betrieb im standardmäßigen nicht−Vorlagen−Modus werden unter den architekturspezifischen Symbolen nur die in die Symboldatei geschrieben, die auf die aktuelle Host−Architektur passen. Auf der anderen Seite werden beim Betrieb im Vorlagenmodus alle architekturspezifischen Symbole (darunter auch die von fremden Architekturen) immer in die Symboldatei geschrieben.

Das Format der Architekturliste ist das gleiche wie das des Feldes Build−Depends in debian/control (außer den einschließenden eckigen Klammern []). Beispielsweise wird das erste Symbol aus der folgenden Liste nur auf den Architekturen Alpha, Amd64, kFreebsd−amd64 und Ia64 betrachtet, während das zweite überall außer auf Armel betrachtet wird.

(arch=alpha amd64 kfreebsd−amd64 ia64)ein_64bit_spezifisches_Symbol@Base 1.0
(arch=!armel)Symbol_hat_Armel_nicht@Base 1.0

ignore−blacklist

dpkg−gensymbols verfügt über eine interne Ausschußliste (»blacklist«) von Symbolen, die nicht in Symboldateien auftauchen sollten, da sie normalerweise nur Seiteneffekte von Implementierungsdetails in der Werkzeugkette darstellen. Falls Sie aus irgendeinem Grund wollen, dass diese Symbole in der Symboldatei aufgenommen werden, sollten Sie das Symbol mit ignore−blacklist kennzeichnen. Dies kann für einige grundlegende Bibliotheken der Werkzeugkette wie libgcc notwendig sein.

c++

Gibt c++−Symbolmuster an. Lesen Sie den Unterabschnitt Verwendung von Symbolmuster unten.

symver

Gibt symver (Symbolversion)−Symbolmuster an. Lesen Sie den Unterabschnitt Verwendung von Symbolmuster unten.

regex

Gibt regex−Symbolmuster an. Lesen Sie den Unterabschnitt Verwendung von Symbolmuster unten.

Verwendung von Symbolmustern
Anders als die Standardsymbolspezifikation kann ein Muster mehrere reale Symbole aus der Bibliothek abdecken. dpkg−gensymbols wird versuchen, jedes Muster auf jedes reale Symbol, für das kein spezifisches Symbolgegenstück in der Symboldatei definiert ist, zu passen. Wann immer das erste passende Muster gefunden wurde, werden alle Kennzeichnungen und Eigenschaften als Basisspezifikation des Symbols verwandt. Falls keines der Muster passt, wird das Symbol als neu betrachtet.

Ein Muster wird als verloren betrachtet, falls es auf kein Symbol in der Bibliothek passt. Standardmäßig wird dies ein Versagen von dpkg−gensymbols in der Stufe −c1 oder höher auslösen. Falls der Fehlschlag allerdings unerwünscht ist, kann das Muster mit der Kennzeichnung optional markiert werden. Falls das Muster dann auf nichts passt wird es im Diff nur als MISSING (fehlend) auftauchen. Desweiteren kann das Muster wie jedes Symbol auf die spezielle Architektur mit der Kennzeichnung arch beschränkt werden. Bitte lesen Sie den Unterabschnitt Standard Symbolkennzeichnungen oben für weitere Informationen.

Muster sind eine Erweiterung des Formats deb−symbols(5); sie sind daher nur in Symboldatei−Vorlagen gültig. Die Musterspezifikationssyntax unterscheidet sich nicht von der eines spezifischen Symbols. Allerdings dient der Symbolnamenteil der Spezifikation als Ausdruck, der gegen Name@Version eines realen Symbols gepasst wird. Um zwischen den verschiedenen Mustertypen zu unterscheiden, wird es typischerweise mit einer speziellen Kennzeichnung gekennzeichnet.

Derzeit unterstützt dpkg−gensymbols drei grundlegene Mustertypen:
c++

Dieses Muster wird durch die Kennzeichnung c++ verzeichnet. Es passt nur auf die entworrenen (»demangled«) Symbolnamen (wie sie vom Hilfswerkzeug c++filt(1) ausgegeben werden). Dieses Muster ist sehr hilfreich um auf Symbole zu passen, bei dem die verworrenen (»mangled«) Namen sich auf verschiedenen Architekturen unterscheiden während die entworrenen die gleichen bleiben. Eine Gruppe solcher Symbole ist non−virtual thunks, die einen architekturspezifischen Versatz in ihren verworrenen Namen eingebettet haben. Eine häufige Instanz dieses Falles ist ein virtueller Destruktur, der unter rautenförmiger Vererbung ein nicht−virtuelles Thunk−Symbol benötigt. Selbst wenn beispielsweise _ZThn8_N3NSB6ClassDD1Ev@Base auf 32 Bit−Architekturen _ZThn16_N3NSB6ClassDD1Ev@Base auf 64 Bit−Architekturen ist, kann es mit einem einzigen c++−Muster gepasst werden:

libdummy.so.1 libdummy1 #MINVER#
[...]
(c++)"non−virtual thunk to NSB::ClassD::~ClassD()@Base" 1.0
[...]

Der entworrene Name oben kann durch Ausführung folgenden Befehls erhalten werden:

$ echo ’_ZThn8_N3NSB6ClassDD1Ev@Base’ | c++filt

Bitte beachten Sie, dass per Definition zwar der verworrene Name in der Bibliothek eindeutig ist, die aber nicht notwendigerweise für die entworrenen Namen zutrifft. Ein Satz von unterschiedlichen realen Symbolen können den gleichen entworrenen Namen haben. Beispielsweise ist das der Fall bei nicht−virtuellen Thunk−Symbolen in komplexen Vererbungskonfigurationen oder bei den meisten Konstruktoren und Destruktoren (da g++ typischerweise zwei reale Symbole für sie generiert). Da diese Kollisionen aber auf dem ABI−Niveau passieren, sollten sie nicht die Qualität der Symboldatei reduzieren.

symver

Dieses Muster wird durch die Kennzeichnung symver verzeichnet. Gut betreute Bibliotheken verfügen über versionierte Symbole, wobei jede Version zu der Version der Originalautoren passt, in der dieses Symbol hinzugefügt wurde. Falls das der Fall ist, können SIe ein symver−Muster verwenden, um auf jedes zu einer spezifizierten Version zugeordnete Symbol zu passen. Beispiel:

libc.so.6 libc6 #MINVER#
(symver)GLIBC_2.0 2.0
[...]
(symver)GLIBC_2.7 2.7
access [AT] GLIBC_2.0 2.2

Alle Version GLIBC_2.0 und GLIBC_2.7 zugeordneten Symbole werden zu einer minimalen Version 2.0 bzw. 2.7 führen, wobei das Symbol access [AT] GLIBC_2.0 die Ausnahme darstellt. Es wird zu einer minimalen Abhängigkeit auf libc6 Version 2.2 führen, obwohl es im Geltungsbereich des Musters »(symver)GLIBC_2.0« passt, da spezielle Symbole vor Mustern Vorrang haben.

Bitte beachten Sie, dass Platzhaltermuster im alten Format (angezeigt durch »*@version« im Symbolnamenfeld) zwar noch unterstützt werden, sie aber durch die Syntax im neuen Format »(symver|optional)version« abgelöst wurden. Beispielsweise sollte »*@GLIBC_2.0 2.0« als »(symver|optional)GLIBC_2.0 2.0« geschrieben werden, falls das gleiche Verhalten benötigt wird.

regex

Muster mit regulären Ausdrücken werden durch die Kennzeichnung regex verzeichnet. Sie passen auf den regulären Ausdruck von Perl, der im Symbolnamenfeld angegeben ist. Ein regulärer Ausdruck wird wie er ist gepasst. Denken Sie daher daran, ihn mit dem Zeichen ^ zu beginnen, da er ansonsten auf jeden Teil der Zeichenkette des realen Symbols name@version passt. Beispiel:

libdummy.so.1 libdummy1 #MINVER#
(regex)"^mystack_.*@Base$" 1.0
(regex|optional)"private" 1.0

Symbole wie »mystack_new@Base«, »mystack_push@Base«, »mystack_pop@Base« usw. werden vom ersten Muster gepasst, während dies z.B. für »ng_mystack_new@Base« nicht der Fall ist. Das zweite Muster wird auf alle Symbole, die die Zeichenkette »private« in ihren Namen enthalten, passen und die gepassten Symbole erben die Kennzeichnung optional vom Muster.

Die oben aufgeführten grundlegenden Muster können − wo es Sinn ergibt − kombiniert werden. In diesem Fall werden sie in der Reihenfolge verarbeitet, in der die Kennzeichnungen angegeben sind. Im Beispiel

(c++|regex)"^NSA::ClassA::Private::privmethod\d\(int\)@Base" 1.0
(regex|c++)N3NSA6ClassA7Private11privmethod\dEi@Base 1.0

werden die Symbole »_ZN3NSA6ClassA7Private11privmethod1Ei@Base« und »_ZN3NSA6ClassA7Private11privmethod2Ei@Base« gepasst. Beim Passen der ersten Musters wird das rohe Symbol erst als C++−Symbol entworren, dann wird der entworrende Name gegen den regulären Ausdruck gepasst. Auf der anderen Seite wird beim Passen des zweiten Musters der reguläre Ausdruck gegen den rohen Symbolnamen gepasst, dann wird das Symbol überprüft, ob es ein C++−Symbol ist, indem das Entwirren versucht wird. Ein Fehlschlag eines einfachen Musters wird zum Fehlschlag des gesamten Musters führen. Daher wird beispielsweise »__N3NSA6ClassA7Private11privmethod\dEi@Base« keines der Muster passen, da es kein gültiges C++−Symbol ist.

Im Allgemeinen werden die Muster in zwei Kategorien eingeteilt: Aliase (grundlegende c++− und symver−Muster) und generische Muster (regex und alle Kombinationen grundlegender Muster). Passen von grundlegenden alias−basierenden Mustern ist schnell (O(1)), während generische Muster O(N) (wobei N die Anzahl der generischen Muster ist) für jedes Symbol ist. Daher wird empfohlen, generische Muster nicht zu viel zu verwenden.

Wenn mehrere Muster auf das gleiche Symbol passen, werden Aliase (zuerst c++, dann symver) gegenüber den generischen Mustern bevorzugt. Generische Muster werden in der Reihenfolge, in der sie in der Symboldateivorlage gefunden werden, gepasst, bis zum ersten Erfolg. Beachten Sie aber, dass das manuelle Anordnen der Vorlagendateieinträge nicht empfohlen wird, da dpkg−gensymbols Diffs basierend auf der alphanumerischen Reihenfolge ihrer Namen erstellt.

Includes verwenden
Wenn der Satz der exportierten Symbolen sich zwischen Architekturen unterscheidet, kann es ineffizient werden, eine einzige Symboldatei zu verwenden. In diesen Fällen kann sich eine Include−Direktive in einer Reihe von Arten als nützlich erweisen:

Sie können den gemeinsamen Teil in eine externe Datei auslagern und diese Datei dann in Ihre Paket.symbols.Arch−Datei mit einer include−Direktive wie folgt einbinden:

#include "Pakete.symbols.common"

Die Include−Direktive kann auch wie jedes Symbol gekennzeichnet werden:

(Kennzeichen|...|KennzeichenN)#include "einzubindende_Datei"

Als Ergebnis werden alle Symbole aus einzubindende_Datei standardmäßig als mit Kennzeichen ... KennzeichenN gekennzeichnet betrachtet. Sie können diese Funktionalität benutzen, um eine gemeinsame Datei Paket.symbols zu erstellen, die architekturspezifische Symboldateien einbindet:

common_symbol1@Base 1.0
(arch=amd64 ia64 alpha)#include "Paket.symbols.64bit"
(arch=!amd64 !ia64 !alpha)#include "Paket.symbols.32bit"
common_symbol2@Base 1.0

Die Symboldateien werden Zeile für Zeile gelesen und include−Direktiven werden bearbeitet, sobald sie erkannt werden. Das bedeutet, dass der Inhalt der Include−Datei jeden Inhalt überschreiben kann, der vor der Include−Direktive aufgetaucht ist und Inhalt nach der Direktive alles aus der Include−Datei überschreiben kann. Jedes Symbol (oder sogar weitere #include−Direktiven) in der Include−Datei kann zusätzliche Kennzeichnungen spezifizieren oder Werte der vererbtgen Kennzeichnungen in ihrer Kennzeichnungsspezifikation überschreiben. Allerdings gibt es keine Möglichkeit für ein Symbol, die ererbten Kennzeichnungen zu überschreiben.

Eine eingebundene Datei kann die Kopfzeile wiederholen, die den SONAME der Bibliothek enthält. In diesem Fall überschreibt sie jede vorher gelesene Kopfzeile. Allerdings ist es im Allgemeinen am Besten, die Wiederholung von Kopfzeilen zu vermeiden. Ein Weg dies zu erreichen, ist wie folgt:

#include "libirgendwas1.symbols.common"
arch_spezifisches_Symbol@Base 1.0

Gute Bibliotheksverwaltung
Eine gut verwaltete Bibliothek hat die folgenden Eigenschaften:

seine API ist stabil (öffentliche Symbole entfallen nie, nur neue öffentliche Symbole werden hinzugefügt) und inkompatible Änderungen erfolgen nur, wenn sich der SONAME ändert,

idealerweise verwendet sie Symbolversionierung, um ABI−Stabilität trotz interner Änderungen und API−Erweiterungen zu erreichen,

sie exportiert nie private Symbole (als Hilfslösung können diese als optional gekennzeichnet werden).

Bei der Verwaltung der Symboldatei kann das Auftauchen und Verschwinden von Symbolen leicht bemerkt werden. Es ist aber schwieriger, inkompatbile API− und ABI−Änderungen zu bemerken. Daher sollte der Betreuer intensiv die Changelog−Einträge durchschauen und nach Fällen suchen, in denen die Regeln der guten Bibliotheksverwaltung gebrochen wurden. Falls mögliche Probleme entdeckt wurden, sollten der Originalautor informiert werden, da eine Korrektur vom Originalautor immer besser als eine Debian−spezifische Hilfslösung ist.

OPTIONEN

−PPaketbauverzeichnis

Suche nach Paketbauverzeichnis statt nach debian/tmp.

−pPaket

Definiert den Paketnamen. Benötigt, falls mehr als ein binäres Paket in debian/control aufgeführt ist (oder falls es keine Datei debian/control gibt).

−vVersion

Definiert die Paketversion. Standardmäßig wird eie Version aus debian/changelog ausgelesen. Benötigt, falls der Aufruf außerhalb des Quellpaketbaums erfolgt.

−eBibliotheksdatei

Nur die explizit aufgeführten Bibliotheken untersuchen statt alle öffentlichen Bibliotheken zu finden. Sie können einen regulären Ausdruck in Bibliotheksdatei verwenden, um mehrere Bibliotheken mit einem einzelnen Argument zu passen (andernfalls benötigen Sie mehrere −e).

−IDateiname

Verwende Dateiname als Referenzdatei, um die Symboldatei zu erstellen, die dann im Paket selbst integriert wird.

−O

Gebe die erstellte Symboldatei in die Standardausgabe aus statt sie im Paketbaubaum zu speichern.

−ODateiname

Speichere die erstellte Symboldatei unter Dateiname. Falls Dateiname bereits existiert, wird deren Inhalt als Grundlage für die erstellte Symboldatei verwandt. Sie können diese Funktionalität benutzen, um eine Symboldatei zu aktualisieren, so dass sie zu einer neueren Version der Originalautoren Ihrer Bibliothek passt.

−t

Schreibe die Symboldatei im Vorlagenmodus statt im zu deb−symbols(5) kompatiblen Format. Der Hauptunterschied besteht darin, dass im Vorlagenmodus die Symbolnamen und Kennzeichnungen in ihrer Originalform geschrieben werden, im Gegensatz zu den verarbeiteten Symbolnamen mit entfernen Kennzeichnungen im Kompatibilitätsmodus. Desweiteren könnten einige Symbole beim Schreiben einer Standard deb−symbols(5)−Datei entfernt werden (gemäß der Verarbeitungsregeln für Kennzeichen), während in der Symboldateivorlage immer alle Symbole geschrieben werden.

−c[0−4]

Definiert die Prüfungen, die beim Vergleich der erstellten Symboldatei mit der Vorlagendatei als Startpunkt erfolgen sollen. Standardardstufe ist 1. Zunehmende Stufen führen mehr Prüfungen durch und enthalten alle Prüfungen der niedrigeren Stufen. Stufe 0 schlägt nie fehl. Stufe 1 schlägt fehl, wenn einige Symbole verschwunden sind. Stufe 2 schlägt fehlt, falls einige neue Symbole eingeführt wurden. Stufe 3 schlägt fehl, falls einige Bibliotheken verschwunden sind. Stufe 4 schlägt fehl, falls einige Bibliotheken hinzugekommen sind.

Dieser Wert kann von der Umgebungsvariablen DPKG_GENSYMBOLS_CHECK_LEVEL überschrieben werden.

−q

Ruhig verhalten und nie einen Diff zwischen der erstellten Symboldatei und der als Startpunkt verwandten Vorlagendatei erstellen oder keine Warnungen bezüglich neuer/verlorender Bibliotheken oder neuer/verlorender Symbole ausgeben. Diese Option deaktiviert nur die informative Ausgabe aber nicht die Prüfungen selbst (sehen Sie hierzu die Option −c).

−aArchitektur

Nehme Arch als Host−Architektur beim Verarbeiten der Symboldateien an. Verwenden Sie diese Option, um Symboldateien oder Diffs für beliebige Architekturen zu erstellen, vorausgesetzt, die Binärprogramme sind bereits verfügbar.

−d

Debug−Modus aktivieren. Eine Vielzahl von Nachrichten wird angezeigt, um zu erklären, was dpkg−gensymbols durchführt.

−V

Ausführlichen Modus aktivieren. Die erstellte Symboldatei enthält veraltete Symbole als Kommentare. Im Vorlagenmodus werden Mustersymbole desweiteren von Kommentaren gefolgt, die die echten Symbole aufführen, die auf dieses Muster passen.

−h, −−help

Zeige den Bedienungshinweis und beende.

−−version

Gebe die Version aus und beende sich.

ÃœBERSETZUNG

Die deutsche Übersetzung wurde 2004, 2006-2010 von Helge Kreutzmann <debian [AT] helgefjell.de>, 2007 von Florian Rehnisch <eixman [AT] gmx.de> und 2008 von Sven Joachim <svenjoac [AT] gmx.de> angefertigt. Diese Übersetzung ist Freie Dokumentation; lesen Sie die GNU General Public License Version 2 oder neuer für die Kopierbedingungen. Es gibt KEINE HAFTUNG.

SIEHE AUCH

http://people.redhat.com/drepper/symbol−versioning
http://people.redhat.com/drepper/goodpractice.pdf
http://people.redhat.com/drepper/dsohowto.pdf
deb−symbols
(5), dpkg−shlibdeps(1).

AUTOREN

Copyright © 2007−2009 Raphaël Hertzog

Dies ist Freie Software; lesen Sie die GNU General Public License Version 2 oder neuer für die Kopierbedingungen. Es gibt KEINE Haftung.

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