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Contents

BEZEICHNUNG

proc − Prozess-Informationen in einem Pseudo-Dateisystem

Diese Handbuchseite ist eventuell veraltet. Im Zweifelsfall ziehen Sie die englischsprachige Handbuchseite zu Rate, indem Sie

man -LC 5 proc

eingeben.

BESCHREIBUNG

/proc ist ein Pseudo-Dateisystem und dient (anstelle von /dev/kmem) als Schnittstelle zu den Kernel-Datenstrukturen. Die meisten Einträge sind nur lesbar, einige Dateien erlauben aber auch das Verändern der Kernelvariablen.

Die folgende Übersicht bietet einen Schnelldurchgang durch den /proc Verzeichnisbaum.

[Zahl]

Für jeden laufenden Prozess gibt es ein numerisches Unterverzeichnis mit der Nummer der Prozesskennung. In jedem dieser Unterverzeichnisse gibt es die folgenden Pseudo-Dateien und Verzeichnisse.

cmdline

Hierin steht die komplette Kommandozeile für diesen Prozess (außer er ist ausgelagert oder ein Zombie - in diesem Falle gibt ein Leseversuch 0 Zeichen zurück). Diese Datei ist Nullterminiert, nicht mit einem Zeilenvorschub.

cwd

Dies ist ein Link auf das aktuelle Arbeitsverzeichnis des Prozesses. Um dieses für z. B. Prozess 20 herauszufinden, kann man Folgendes tun:

cd /proc/20/cwd; /bin/pwd

Achtung: pwd ist häufig in die Shell eingebaut; diese interne Funktion könnte in diesem Zusammenhang versagen (daher "/bin/pwd").
environ

Diese Datei enthält die Prozess-Umgebung. Die Einträge sind Nullterminiert, am Ende der Liste kann ebenfalls ein Nullbyte stehen. Um also die Umgebung von Prozess 1 zu auszugeben:

(cat /proc/1/environ; echo) | tr "\000" "\n"

(Ein Grund dafür steht unter lilo(8).)

exe

ein Zeiger auf die ausgeführte Binärdatei, als symbolischer Link. readlink(2) auf die exe Spezialdatei ergibt eine Zeichenkette in diesem Format:

[device]:inode ([Gerätekennung]:Dateieintragskennung)

[0301]:1502 wäre also z. B. Inode 1502 auf dem major device 03 (IDE-, MFM- Festplatten), minor device 01 (erste Partition der ersten Platte).

Der symbolische Link wird ganz normal aufgelöst, das Öffnen von "exe" führt zum Öffnen der Binärdatei. Man kann sogar Folgendes eingeben: /proc/[Zahl]/exe um eine Kopie des Prozesses als [Zahl] laufen zu lassen.

find(1) mit der Option -inum zeigt, in welchem Verzeichnis die Datei liegt.

fd

In diesem Unterverzeichnis stehen die Dateideskriptoren der von diesem Prozess geöffneten Dateien. Diese Einträge sind symbolische Links zu den eigentlichen Dateien (wie beim exe-Eintrag). 0 ist Standardeingabe, 1 ist Standardausgabe, 2 ist der Standardfehlerkanal usw.

Damit kann man Programme "hereinlegen", die aus/in Dateien lesen/schreiben (an Stelle von Standard-Ein/Ausgabe). Angenommen, -i bezeichnet die Eingabedatei, -o die Ausgabedatei:
foobar -i /proc/self/fd/0 -o /proc/self/fd/1 ...

Und schon arbeitet das Programm als Filter. Allerdings funktioniert das nur mit Programmen, die keine Suchvorgänge in ihren Dateien durchführen, denn die Dateien in fd lassen sich nicht durchsuchen.

/proc/self/fd/N ist in etwa dasselbe wie /dev/fd/N in einigen UNIX und UNIX-ähnlichen Systemen. Die meisten MAKEDEV-Skripte in Linux sind einfach symbolische Links auf /proc/self/fd.

maps

Eine Datei mit den derzeitigen Speicherbereichen und ihren Zugriffsrechten.

Das Format ist:

address           perms offset   dev   inode
00000000-0002f000 r-x-- 00000400 03:03 1401
0002f000-00032000 rwx-p 0002f400 03:03 1401
00032000-0005b000 rwx-p 00000000 00:00 0
60000000-60098000 rwx-p 00000400 03:03 215
60098000-600c7000 rwx-p 00000000 00:00 0
bfffa000-c0000000 rwx-p 00000000 00:00 0

Dabei ist address der Adressbereich, den der Prozess belegt, perms ist ein Satz von Rechten:

r = read (lesen)
w = write (schreiben)
x = execute (ausführen)
s = shared (geteilt (mit anderen Prozessen))
p = private (copy on write) (Kopieren bei Schreibzugriffen)

offset ist der Abstand zum Anfang (der Datei oder was auch immer), dev ist das Gerät (major:minor) und inode ist die inode auf diesem Gerät. Ist inode 0, dann ist keine Datei mit diesem Speicherbereich verbunden, wie z. B. im Falle von bss.

mem

Nicht zu verwechseln mit /dev/mem (1,1), trotz der gleichen Gerätenummern. /dev/mem ist der phsikalische Speicher vor Adressumsetzung. Die mem-Datei hier ist der Speicher, den dieser Prozess belegt. Dieser kann derzeit nicht ge-mmap(2)’t werden; das wird erst möglich, wenn der Kernel über einen allgemeingültigen mmap(2) verfügt. (Wenn Sie das lesen, ist es vielleicht schon der Fall.)

mmap

Verzeichnis mit Speicherverweisen von mmap(2) als symbolische Links wie xe, fd/* usw. Da maps (s.w.o.) eine Obermenge dieser Information darstellt, kann /proc/*/mmap als als überflüssig betrachtet werden.

"0" ist normalerweise libc.so.4.

/proc/*/mmap wurde ab Linux Kernel 1.1.40 entfernt. (Es war wirklich überflüssig!)

root

Unix und Linux unterstützen das Konzept eines root-Dateisystems für jeden Prozess, gesetzt mit dem chroot(2) Systemaufruf. Root zeigt auf das so gesetzte Verzeichnis und verhält sich ansonsten wie auch exe, fd/* usw.

stat

Informationen über den Zustand des Prozesses. Wird benutzt von ps(1).

Die Felder, mit scanf(3) - gemäßen Formatbezeichnern:

pid %d

Die Prozess-Identifikation.

comm %s

Der Name der ausführbaren Datei, in Klammern. Sichtbar unabhängig vom Swapstatus.

state %c

Ein Zeichen aus der Zeichenkette "RSDZT", R=running (aktiv), S=sleeping (inaktiv), D (nicht aktivierbar oder ausgelagert), Z=zombie (Prozessleiche) und T=traced/stopped (reagiert auf ein Signal).

ppid %d

Die Prozess-ID des Elternprozesses.

pgrp %d

Die Gruppen-ID des Prozesses.

session %d

Die Sitzungs-ID des Prozesses.

tty %d

Das tty, das der Prozess benutzt.

tpgid %d

Die Prozessgruppen-ID des Prozesses, der derzeit Eigentümer des tty ist, mit dem der Prozess verbunden ist.

flags %u

Die Flags des Prozesses. Derzeit ist bei jedem Flag das Bit für Mathe-Koprozessor gesetzt, da crt0.s die Koprozessor-Simulation sicherstellt; daher wird dieses bei der Ausgabe unterdrückt. Dies ist wahrscheinlich ein Fehler, da nicht jeder Prozess ein kompiliertes C Programm darstellt. Das Mathe-Bit sollte dezimal 4 sein und das Trace-Bit ist dezimal 10.

minflt %u

Die Anzahl geringfügiger Fehler, die kein Nachladen einer Speicherseite von Platte erforderlich gemacht haben.

cminflt %u

Die Anzahl geringfügiger Fehler des Prozesses und seiner Kindprozesse.

majflt %u

Die Anzahl größerer Fehler (mit Nachladen einer Speicherseite).

cmajflt %u

dito, für Prozess und Kindprozesse.

utime %d

Die Anzahl jiffies (Kernel-Zeiteinheiten), die dem Prozess im User-Modus zugewiesen wurden.

stime %d

Anzahl jiffies im Kernel-Modus.

cutime %d

Anzahl jiffies im User-Modus für Prozess und Kindprozesse.

cstime %d

Anzahl jiffies im Kernel-Modus für Prozess und Kindprozesse.

counter %d

Die derzeitig maximale Anzahl von jiffies für die nächste Zeitscheibe des Prozesses, oder (falls der Prozess gerade läuft) die Anzahl der noch verfügbaren jiffies.

priority %d

Der Standard-Nice-Wert plus fünfzehn. Dieser Wert ist im Kernel niemals negativ.

timeout %u

Zeit bis zum nächsten Timeout des Prozesses (in jiffies).

itrealvalue %u

Zeit (in jiffies), bevor dem Prozess aufgrund eines Intervalltimers ein SIGALRM gesendet wird.

starttime %d

Zeitpunkt, zu dem der Prozess gestartet wurde (jiffies seit Systemstart)

vsize %u

Größe des virtuellen Speichers.

rss %u

Resident Set Size: Anzahl der Seiten, die der Prozess im echten Speicher hat minus drei (für Verwaltung). Dabei zählen nur die Seiten von Text, Data und Stack. Nicht abgerufene oder ausgelagerte Bereiche zählen nicht mit.

rlim %u

Derzeitige Obergrenze in Bytes für den rss dieses Prozesses (üblicherweise 2,147,483,647).

startcode %u

Die Adresse, oberhalb derer Programmtext ausgeführt werden kann.

endcode %u

Die Adresse, unterhalb derer Programmtext ausgeführt werden kann.

startstack %u

Stack Startadresse.

kstkesp %u

Derzeitiger Wert von esp (32-bit Stack Zeiger), wie in der Kernel Stack Seite fur diesen Prozess steht.

kstkeip %u

Derzeitiger EIP (32-bit Anweisungs Zeiger).

signal %d

Das Bitmap anstehender Signale (üblicherweise 0).

blocked %d

Das Bitmap blockierter Signale (meist 0, 2 für Shells).

sigignore %d

Das Bitmap Ignorierter Signale.

sigcatch %d

Das Bitmap aufgefangener Signale.

wchan %u

Dies ist der "Kanal", in dem der Prozess wartet. Es ist die Adresse eines Systemaufrufs und kann über einer Namensliste in einen Text gewandelt werden, wenn das nötig ist. (Wenn Sie über eine sehr aktuelle /etc/psdatabase verfügen, versuchen Sie es mit ps -l um dem WCHAN-Feld bei der Arbeit zuzusehen.)

cpuinfo

Dies ist eine Sammlung von Informationen, die von der CPU und der Systemarchitektur abhängen. Die Liste sieht für jede unterstützte Archtektur anders aus. Die einzigen Einträge, die man überall antrifft sind cpu, welche (Überraschung!) die gerade benutzte CPU anzeigt und BogoMIPS, eine Systemkonstante, die während der Kernel-Initialisierung errechnet wird.

devices

Eine Textliste der "major" Gerätenummern und Gerätegruppen. Kann von MAKEDEV Skripten genutzt werden um konsistent zum Kernel zu bleiben.

dma

Eine Liste von registrierten ISA DMA-Kanälen, die zurzeit benutzt werden.

filesystems

Eine Textliste der Dateisysteme, die in den Kernel einkompiliert wurden. Wird auch von mount(1) benutzt, wenn das Dateisystem nicht explizit angegeben wird.

interrupts

Hier wird die Anzahl jeder Unterbrechungs-Anforderung pro IRQ mitgezählt (zumindest) bei einer i386-Architektur. Sehr leicht zu lesen, ASCII-formatiert.

ioports

Eine Liste der derzeit registrierten und benutzten Ein-/Ausgabe-Port-Regionen.

kcore

Diese Datei repräsentiert den physikalischen Speicher des Systems und hat das core-Dateiformat. Mit dieser Pseudodatei und einem unge-strip-ten Kernel (/usr/src/linux/tools/zSystem) kann GDB dazu eingesetzt werden, den derzeitigen Zustand der Kernel-Datenstrukturen zu untersuchen.

Die Gesamtlänge dieser Datei ist die Größe des physikalischen Speichers (RAM) plus 4KB.

kmsg

Diese Datei kann anstelle von syslog(2) Systemaufrufen benutzt werden, um Meldungen des Kernels zu protokollieren. Ein Prozess muss Superuser-Privilegien haben, um diese Datei zu lesen und nur ein einziger Prozess sollte dies tun. Die Datei sollte nicht ausgelesen werden, wenn ein Syslog-Prozess läuft, der den syslog(2) Systemaufruf zur Protokollierung benutzt.

Diese Datei kann mit dmesg(8) dargestellt werden.

ksyms

Hier stehen die vom Kernel exportierten Symbol-Definitionen, die von modules(X) - Tools benutzt werden, um die ladbaren Module dynamisch zu linken und binden.

loadavg

Die Kennziffern zur durchschnittlichen Systemauslastung (load average) geben die Anzahl der Jobs an, die sich in der Ausführliste (run queue) befinden, beziehungsweise auf Ein- oder Ausgaben von der Festplatte warten, und zwar über die letzten 1, 5 und 15 Minuten gemittelt. Es handelt sich um dieselben Angaben, die von uptime(1) und anderen Programmen gemacht werden.

malloc

Diese Datei taucht nur auf, wenn während des Kompilierens CONFIGDEBUGMALLOC definiert war.

meminfo

Wird von free(1) benutzt, um die Menge freien und belegten Speichers (sowohl physikalisch als auch Auslagerung) anzuzeigen, darüber hinaus den geteilten (shared) und Pufferungsspeicher (buffers), der vom Kernel benutzt wird.

Hat dasselbe Format wie free(1), außer das Bytes angegeben werden statt KB.

modules

Eine Textliste der vom System geladenen Module.

net

Verschiedene Pseudo-Dateien, die alle den Zustand bestimmter Teile der Netzwerkschicht darstellen. Diese Dateien sind im ASCII-Format und daher mit "cat" lesbar. Allerdings stellt das Standardkommando netstat(8) einen sehr viel saubereren Zugang zu diesen Dateien dar.

arp

Enthält einen in ASCII lesbaren Abzug der ARP-Tabelle des Kernels, die zur Adressauflösung dient. Angezeigt werden sowohl dynamisch gelernte wie auch vorprogrammierte ARP Einträge in folgendem Format:

IP address       HW type     Flags       HW address
10.11.100.129    0x1         0x6         00:20:8A:00:0C:5A
10.11.100.5      0x1         0x2         00:C0:EA:00:00:4E
44.131.10.6      0x3         0x2         GW4PTS

Dabei ist ’IP address’ die IPv4-Adresse der Maschine, ’HW type’ ist der Hardwaretyp nach RFC 826. Die Flags sind die internen Flags der ARP-Struktur (siehe /usr/include/linux/if_arp.h) und ’HW address’ zeigt die physikalische Schicht für diese IP-Adresse, wenn bekannt.

dev

Die dev Pseudodatei enthält Statusinformationen über die Netzwerkkarte. Darin stehen die Anzahl der empfangenen und gesendeten Pakete, die Anzahl der Übertragungs-Fehler und Kollisionen und weitere grundlegende Statistik. Das Programm ifconfig(8) benutzt diese Werte um den Gerätestatus anzuzeigen. Das Format ist:

Inter-|   Receive                  |   Transmit
 face |packets errs drop fifo frame|packets errs drop fifo colls carrier
    lo:      0    0    0    0    0     2353    0    0    0     0    0
  eth0: 644324    1    0    0    1   563770    0    0    0   581    0

ipx

Keine Information.

ipx_route

Keine Information.

rarp

Diese Datei benutzt das gleiche Format wie die arp - Datei und enthält die aktuellen Daten für die "umgekehrte Adressauflösung" (reverse mapping), mit denen rarp(8) arbeitet. Wenn RARP nicht in den Kernel hineinkonfiguriert ist, dann ist diese Datei nicht vorhanden.

raw

Enthält einen Abzug der RAW socket Tabelle. Der Großteil der Informationen dient nur zur Fehlersuche. Der ’sl’ Wert ist der Eintrag für diesen Socket in die Kerneltabelle (hash), ’local address’ enthält das Wertepaar für lokale Adresse und Protokoll. "St" ist der interne Status des Sockets. "tx_queue" und "rx_queue" sind herausgehende bzw. hereinkommende Datenwarteschlangen im Hinblick auf Speicherverwendung des Kernels. "tr", "tm->when" und "rexmits" werden von RAW nicht benutzt. Das uid-Feld enthält die euid des Erstellers.

route

Keine Information, sieht aber aus wie route(8)

snmp

Diese Datei enthält die ASCII-Daten, die für die Verwaltung von IP, ICMP, TCP und UDP durch einen snmp-Agenten benötigt werden.

tcp

Ein Abzug der TCP Socket Tabelle. Der Großteil der Informationen dient nur zur Fehlersuche. Der ’sl’ Wert ist der Eintrag für diesen Socket in die Kerneltabelle (hash), ’local address’ enthält das Wertepaar für lokale Adresse und den Port. "remote address" enthält (wenn eine Verbindung besteht) die Adresse der Gegenstation und deren Port. ’tx_queue’ und ’rx_queue’ werden verwendet wie bei RAW (s.w.o.). "tr", "tm->when" und "rexmits" enthalten interne Kernel Socket Verweise und sind nur zur Fehlersuche vorhanden. Das uid-Feld enthält die euid des Erstellers.

udp

Abzug der UDP Socket Tabelle. Wie TCP, nur dass "tr", "tm->when" und "rexmits" von UDP nicht verwendet werden. Das Format ist:

sl  local_address rem_address   st tx_queue rx_queue tr rexmits  tm->when uid
 1: 01642C89:0201 0C642C89:03FF 01 00000000:00000001 01:000071BA 00000000 0
 1: 00000000:0801 00000000:0000 0A 00000000:00000000 00:00000000 6F000100 0
 1: 00000000:0201 00000000:0000 0A 00000000:00000000 00:00000000 00000000 0

unix

Liste der UNIX domain sockets im System und ihr Status. Format:

Num RefCount Protocol Flags    Type St Path
 0: 00000002 00000000 00000000 0001 03
 1: 00000001 00000000 00010000 0001 01 /dev/printer

die Anzahl der Benutzer des Sockets, ’Protocol’ ist derzeit immer 0, Flags repräsentieren die in den Kernel Flags enthaltenen Stati der Sockets. ’Type’ ist zurzeit immer 1 (Unix domain datagram sockets werden noch nicht vom Kernel unterstützt) ’St’ ist der interne Zustand des Sockets und ’Path’ ist (wenn vorhanden) der zugehörige Pfad.

pci

Eine Liste aller PCI-Geräte, die während der Initialisierung des Kernels gefunden und konfiguriert wurden.

scsi

Ein Verzeichnis mit der SCSI midlevel Pseudo Datei und diversen SCSI lowlevel Treiber-Verzeichnissen, die eine Datei pro SCSI-Host im System enthalten. Alle diese spiegeln den Status eines Teil des SCSI Untersystems wider. Die Dateien enthalten ASCII Strukturen, können also mit cat gelesen werden.

In einige Dateien kann auch geschrieben werden, um das Teilsystem neu zu konfigurieren oder um bestimmte Eigenschaften ein- oder auszuschalten.

scsi

Eine Liste aller SCSI Geräte, die dem Kernel bekannt sind. Sie ähnelt der, die man beim Hochfahren des Rechners sieht. scsi unterstützt derzeit nur das singledevice Kommando, das root die Möglichkeit bietet, im laufenden Betrieb ein zusätzliches Gerät der Liste hinzuzufügen.

Ein echo ’scsi singledevice 1 0 5 0’ > /proc/scsi/scsi veranlaßt Host scsi1 nachzusehen, ob auf SCSI Kanal 0 ein Gerät mit ID 5 LUN 0 existiert. Wenn an dieser Adresse schon ein Gerät ist, oder die Adresse ungültig ist, wird ein Fehler zurückgeliefert.

drivername

drivername kann derzeit sein: NCR53c7xx, aha152x, aha1542, aha1740, aic7xxx, buslogic, eata_dma, eata_pio, fdomain, in2000, pas16, qlogic, scsi_debug, seagate, t128, u15-24f, ultrastore oder wd7000. Diese Verzeichnisse werden für jeden Treiber angezeigt, der zumindest ein SCSI HBA registriert hat. Jedes Verzeichnis enthält eine Datei pro registriertem Host, die als Namen die Nummer haben, die dem Host bei der Initialisierung zugewiesen wurde.

Das Lesen der Dateien zeigt normalerweise Treiber- und Host-Konfiguration, Statistik usw.

Schreiben in diese Dateien hat Host-abhängige Auswirkungen. Mit den latency und nolatency - Kommandos kann root den Latenz-Messungs-Code im eata_dma-Treiber ein-/ausschalten. Mit lockup und unlock können Bus-Sperren (bus lockups) kontrolliert werden, wie sie vom scsi_debug Treiber simuliert werden.

self

Dieses Verzeichnis bezieht sich auf den Prozess, der auf das /proc Dateisystem zugreift und ist mit dem /proc-Verzeichnis identisch, das als Namen die Prozessnummer dieses Prozesses hat.

stat

Kernel/System Statistik

cpu 3357 0 4313 1362393

Die Anzahl Jiffies (Hundertstel-Sekunden), die das System in den Modi user, user mit niedriger Priorität (nice), system und idle task (Leerlauf) verbracht hat. Der letzte Wert sollte 100 mal so groß sein wie der zweite Eintrag in der uptime-Pseudodatei.

disk 0 0 0 0

Die vier Platten-Einträge sind derzeit nicht verwirklicht. Ich bin auch nicht sicher, was das sein soll, da auf anderen Maschinen üblicherweise sowohl Übertragungsrate als auch I/Os pro Sekunde nachgehalten werden. Hier ist aber nur ein Feld pro Platte vorhanden.

page 5741 1808

Die Anzahl Speicherseiten, die das System ein-/ausgeladen hat (von Platte).

swap 1 0

Anzahl an Auslagerungs-Seiten herein/heraus.

intr 1462898

Anzahl Interrupts, die vom Hochfahren des Systems empfangen wurden.

ctxt 115315

Anzahl Kontext-Wechsel, die das System durchlaufen hat.

btime 769041601

Zeitpunkt des Hochfahrens, in Sekunden seit dem 1. Januar 1970.

sys

Dieses Verzeichnis (existent seit 1.3.57) enthält einige Dateien und Unterverzeichnisse, die Kernel-Variablen entsprechen. Diese Variablen können gelesen und manchmal auch verändert werden und zwar im proc - Dateisystem oder mit dem sysctl(2) Systemaufruf. Derzeit gibt es die Unterverzeichnisse kernel, net, vm die ihrerseits wieder Dateien und Unterverzeichnisse enthalten.

kernel

Hier stehen domainname, file-max, file-nr, hostname, inode-max, inode-nr, osrelease, ostype, panic, real-root-dev, securelevel, version, deren Funktionen klar aus den Namen ersichtlich sind. (oh je! Anm. d. Üb.)

Die (nicht beschreibbare) Datei file-nr enthält die Anzahl der zurzeit geöffneten Dateien.

Die Datei file-max enthält die maximale Anzahl geöffneter Dateien, die der Kernel freiwillig verwaltet. Wenn Ihnen 1024 nicht genug ist, versuchen Sie

echo 4096 > /proc/sys/kernel/file-max

In gleicher Weise stellen inode-nr and inode-max die aktuelle und maximale Anzahl von Verzeichniseinträgen (inodes) dar.

Die Dateien ostype, osrelease, version enthalten Teilzeichenketten von /proc/version.

Die Datei panic gibt Lese- und Schreib- Zugriff auf die Kernel-Variable panic_timeout. Steht hier eine 0, dann bleibt der Kernel in einer Panic-Schleife; ungleich 0 bedeutet, dass der Kernel nach so vielen Sekunden automatisch das System wieder hochfahren soll.

Die Datei securelevel erscheint gegenwärtig ziemlich bedeutungslos - root hat einfach zu viele Rechte.

uptime

Diese Datei enthält zwei Zahlen: Die Zeit in Sekunden seit Start, und die Zeit in Sekunden, die das System im Leerlauf (idle process) verbracht hat.

version

Diese Zeichenkette identifiziert die aktuell laufende Kernel-Version. Zum Beispiel:

Linux version 1.0.9 (quinlan@phaze) #1 Sat May 14 01:51:54 EDT 1994

SIEHE AUCH

cat(1), find(1), free(1), mount(1), ps(1), tr(1), uptime(1), readlink(2), mmap(2), chroot(2), syslog(2), hier(7), arp(8), dmesg(8), netstat(8), route(8), ifconfig(8), procinfo(8) und viele weitere

KONFORM ZU

So ungefähr konform zu Linux Kernel-Version 1.3.11. Wenn notwendig, bitte neuste Version verwenden.

Zuletzt angepasst für Linux 1.3.11.

WARNUNGEN

Behalten sie im Auge, dass viele Zeichenketten (z. B. die Umgebung und die Kommandozeile) internes Format haben und dass Unterfelder mit NUL-Bytes begrenzt werden. Sie werden sie vielleicht besser lesbar finden, wenn Sie od -c oder tr "\000" "\n" benutzen.

Diese Handbuchseite ist unvollständig, möglicherweise stellenweise unrichtig und ein Beispiel für etwas, das ständig überarbeitet werden muss.

BUGS

Das /proc - Dateisystem führt möglicherweise Sicherheitslücken in Programme ein, die mit chroot(2) laufen. Wenn z. B. /proc in der chroot - Hierarchie montiert wird, führt ein chdir(2) nach /proc/1/root zum ursprünglichen root Dateisystem. Man mag das als positive Eigenschaft betrachten (anstelle eines Fehlers), da Linux noch kein fchroot(2) unterstützt.

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