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PASSWD(1)                                                            PASSWD(1)



BEZEICHNUNG

       passwd - ndert das Passwort eines Nutzers

BERSICHT

       passwd [-f|-s] [Name]
       passwd [-g] [-r|-R] Gruppe
       passwd [-x max] [-n min] [-w warn] [-i inact] login
       passwd {-l|-u|-d|-S|-e} login

BESCHREIBUNG

       passwd  ndert  die Passwrter fr Nutzer- und Gruppenkonten. Ein normaler
       Nutzer kann nur das Passwort  seines  Kontos  verndern,  der  Superuser
       dagegen  kann  die  Passwrter  aller  Konten ndern. Der Verwalter einer
       Gruppe kann das Passwort der Gruppe ndern.  passwd  verndert  auch  die
       Informationen  ber  das  Konto  wie den vollstndigen Namen des Nutzers,
       seine Login-Shell oder Verfallsdatum und -intervall des Passworts.

       Die Option -s bewirkt, dass passwd  chsh  aufruft,  um  die  Shell  des
       Nutzers  zu  ndern.  Die  Option  -f  hat  zur  Folge, dass passwd chfn
       aufruft, um die Gecos-Informationen des Nutzers zu ndern. Diese  beiden
       Optionen  sind  nur  aus Kompatibilittsgrnden vorhanden, da die anderen
       Programme auch direkt aufgerufen werden knnen.

   Verndern des Passworts
       Der Nutzer wird zuerst nach seinem alten Passwort gefragt, falls  eines
       vorhanden ist. Dieses Passwort wird dann verschlsselt und mit dem abge-
       speicherten Passwort verglichen. Der Nutzer hat nur  eine  Gelegenheit,
       das  richtige  Passwort  einzugeben.  Der Superuser kann diesen Schritt
       berspringen, so dass vergessene Passwrter gendert werden knnen.

       Nachdem das Passwort eingegeben wurde,  werden  Informationen  ber  die
       Gltigkeitsdauer  des  Passworts  abgefragt,  um  festzustellen,  ob der
       Nutzer das Passwort zu dieser Zeit verndern  darf.  Wenn  nicht,  lehnt
       passwd ab, das Passwort zu ndern, und beendet sich.

       Der  Nutzer  wird  dann  aufgefordert,  ein  neues Passwort einzugeben.
       Dieses Passwort wird auf  seine  Komplexitt  berprft.  Eine  allgemeine
       Richtlinie  ist,  dass  Passwrter  aus  sechs bis acht Zeichen bestehen
       sollten und ein oder mehrere Zeichen  aus  folgenden  Mengen  enthalten
       sollten:

            Kleinbuchstaben

            Grobuchstaben

            Zahlen von 0 bis 9

            Satzzeichen

       Seien  Sie vorsichtig, dass nicht die standardmigen Erase- oder Killze-
       ichen des Systems eingegeben werden. passwd weist alle Passwrter zurck,
       die nicht ausreichend komplex sind.

       Wenn  das  Passwort  akzeptiert  wird, fordert passwd zu einer erneuten
       Eingabe des Passworts auf und vergleicht die  zweite  Eingabe  mit  der
       ersten.  Beide Eingaben mssen bereinstimmen, damit das Passwort gendert
       wird.

   Gruppenpasswrter
       Wenn die Option -g benutzt wird, wird das Passwort fr  die  bezeichnete
       Gruppe verndert. Der Nutzer muss entweder der Superuser oder der Admin-
       istrator der Gruppe  sein.  Das  aktuelle  Gruppenpasswort  wird  nicht
       abgefragt.  Die Option -r wird zusammen mit der Option -g verwendet, um
       das aktuelle Passwort der Gruppe zu entfernen. Das erlaubt  den  Zugang
       zur  Gruppe  fr  alle  Mitglieder. Die Option -R wird mit der Option -g
       benutzt, um den Zugang zur Gruppe fr alle Nutzer zu beschrnken.

   Informationen ber den Verfall des Passworts
       Die Informationen ber die Gltigkeitsdauer des Passworts knnen vom Supe-
       ruser mit den Optionen -x, -n, -w und -i gendert werden.  Die Option -x
       wird verwendet, um die maximale Anzahl von Tagen festzulegen,  die  das
       Passwort gltig bleibt. Nach max Tagen muss das Passwort gendert werden.
       Mit der Option -n kann die Mindestzahl der Tage bestimmt werden,  bevor
       es  verndert  werden  darf.  Der  Nutzer kann das Passwort nicht ndern,
       bevor nicht min Tage abgelaufen sind.  Die Option -w wird verwendet, um
       die  Anzahl  der  Tage  festzulegen,  an  denen der Nutzer eine Warnung
       erhlt, bevor sein Passwort ungltig wird. Die Warnung  wird  dem  Nutzer
       warn  Tage vor dem Verfall mitgeteilt und enthlt den Hinweis, wie viele
       Tage noch verbleiben, bis das Passwort verfllt.   Die  Option  -i  wird
       benutzt,  um  das  Nutzerkonto zu deaktivieren, nachdem das Passwort fr
       eine bestimmte Anzahl von Tagen ungltig war. Wenn ein  Nutzerkonto  ein
       abgelaufenes  Passwort  fr inact Tage hatte, kann der Nutzer sich nicht
       mehr bei seinem Konto anmelden.

       Wenn Sie wollen, dass ein Passwort eines Kontos sofort verfllt, sollten
       Sie die Option -e verwenden. Das hat zur Folge, dass der Nutzer gezwun-
       gen wird, sein Passwort zu ndern, wenn er sich das nchste Mal anmeldet.
       Sie  knnen  auch die Option -d verwenden, um das Passwort eines Nutzers
       zu lschen (es wird also leer).  Seien Sie mit dieser Option vorsichtig,
       da  sie  dazu fhrt, dass ein Konto berhaupt kein Passwort zur Anmeldung
       bentigt. Das ffnet Ihr System fr Eindringlinge.

   Wartung der Konten
       Nutzerkonten knnen mit den Flags -l und  -u  gesperrt  und  freigegeben
       werden.   Die  Option  -l  schaltet ein Konto ab, indem es ein Passwort
       zuweist, das mit  keinem  mglichen  verschlsselten  Wert  bereinstimmen
       kann.   Die  Option -u reaktiviert ein Konto wieder, indem das Passwort
       auf seinen alten Wert zurckgesetzt wird.

       Der Kontostatus kann mit der Option -S abgerufen werden. Die  Statusin-
       formation   besteht  aus  sieben  Feldern.   Das  erste  Feld  ist  der
       Login-Name des Nutzers.  Das zweite Feld zeigt an, ob  das  Nutzerkonto
       gesperrt ist (L), kein Passwort hat (NP) oder ein verwendbares Passwort
       hat (P).  Das dritte Feld zeigt das Datum der  letzten  Vernderung  des
       Passworts an.  Die nchsten vier Felder sind die minimale Zeit, die max-
       imale Zeit, die Dauer der Warnung und die Dauer der Unttigkeit  fr  das
       Passwort.   Die  Zeitrume  werden  in  Tagen ausgedrckt. Lesen Sie oben
       Informationen ber den Verfall des Passworts zu  Ausfhrungen  ber  diese
       Felder.

   Hinweise zu Nutzerpasswrtern
       Die  Sicherheit  eines  Passworts  hngt  von  der  Strke  des Verschls-
       selungsalgorithmus und von der Gre des Schlsselraums  (key  space)  ab.
       Die  Verschlsselung auf UNIX-Systemen basiert auf dem NBS-DES-Algorith-
       mus und ist sehr  sicher.  Die  Gre  des  Schlsselraums  hngt  von  der
       Zuflligkeit des gewhlten Passworts ab.

       Gefahren  fr  die  Sicherheit  von Passwrtern kommen gewhnlich von sor-
       gloser Wahl oder Handhabung des  Passworts.   Daher  sollten  Sie  kein
       Passwort   whlen,   das   in   einem   Wrterbuch   auftaucht  oder  das
       aufgeschrieben werden muss. Das Passwort sollte somit kein echter Name,
       Ihr  Autokennzeichen,  Geburtstag  oder Ihre Adresse sein. All das kann
       dazu verwendet werden, das Passwort zu erraten, und stellt  daher  eine
       Gefahr fr die Sicherheit Ihres Systems dar.

       Sie  mssen  sich  Ihr  Passwort  leicht  merken  knnen, damit Sie nicht
       gezwungen sind, es auf ein Stck Papier aufzuschreiben.  Das  knnen  Sie
       dadurch  erreichen, indem zwei kurze Wrter zusammengefgt werden und mit
       einem besonderen Zeichen oder einer Zahl getrennt werden. Zum  Beispiel
       Pass%wort.

       Eine andere Herangehensweise ist es, einen leicht zu merkenden Satz aus
       der Literatur zu whlen und den ersten oder letzten Buchstaben von jedem
       Wort zu nehmen. Ein Beispiel dafr:

            Die Kruste wird im Allgemeinen ueberbewertet!

       Das ergibt

            DKwiAu!

       Sie  knnen einigermaen sicher sein, dass dieses Wort nur wenige Cracker
       in ihren Wrterlisten haben. Sie sollten allerdings Ihre eigenen  Metho-
       den  entwickeln,  wie Sie Passwrter whlen, und sich nicht ausschlielich
       auf die hier vorgestellten sttzen.

   Anmerkungen zu Gruppenpasswrtern
       Gruppenpasswrter beinhalten ein inhrentes Sicherheitsproblem,  da  mehr
       als nur eine Person das Passwort kennt. Damit haftet schon der Idee von
       Gruppenpasswrtern ein Sicherheitsproblem an. Jedoch  sind  Gruppen  ein
       ntzliches Werkzeug, um Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Nutzern zu
       ermglichen.

WARNUNGEN

       Es kann sein, dass einige Optionen nicht untersttzt werden.   Die  Kom-
       plexitt  der Passwortprfung kann sich auf verschiedenen Systemen unter-
       scheiden.  Der Nutzer wird angehalten, ein  so  komplexes  Passwort  zu
       whlen,  wie es ihm angenehm ist.  Nutzer knnen unter Umstnden ihr Pass-
       wort nicht ndern, wenn auf dem System NIS aktiviert ist, sie aber nicht
       am NIS-Server angemeldet sind.

DATEIEN

       /etc/passwd         - Informationen zu den Nutzerkonten
       /etc/shadow         - Verschlsselte Informationen zu den Nutzerkonten

RCKGABEWERTE

       Der Befehl passwd gibt beim Beenden folgende Werte zurck:
         0    - Erfolg
         1    - Berechtigung verweigert
         2    - ungltige Kombination von Optionen
         3    - unerwarteter Fehler, nichts verndert
         4    - unerwarteter Fehler, die Datei passwd fehlt
         5    - Datei passwd wird benutzt, versuchen Sie es spter noch einmal
         6    - ungltiges Argument fr Option

SIEHE AUCH

       group(5), passwd(5), shadow(5)

AUTOR

       Julianne Frances Haugh <jockgrrl [AT] ix.com>

       bersetzung von Simon Brandmair <sbrandmair [AT] gmx.net> (Apr 2005)



                                                                     PASSWD(1)

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